Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Julius Flittner

Die Korrespondenz zwischen Julius Flittner und Hugo Schuchardt wurde von Luca Melchior bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Melchior, Luca. 2015. 'Briefe des Verlegers Julius Flittner an Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1498, abgerufen am 15.05.2021

Julius Flittner

Bedeutung

Der Briefkontakt zwischen dem Verleger Julius Flittner, der 1877 den Bonner Eduard Weber's Verlag übernommen hatte, nachdem er ihn schon einige Jahre geleitet hatte (vgl. Würffel 2000: 547),[1] und Hugo Schuchardt entwickelte sich in den Jahren 1878-1879 in einer verlegerischen Angelegenheit. Julius Flittner beabsichtigte nämlich, zwei Publikationsprojekte zu realisieren, die jedoch in der geplanten Form nicht zustande kamen (vgl. dazu Găzdaru 1954: 1967). Zum einen war er entschlossen, eine neue Ausgabe der Diez'schen Grammatik der romanischen Sprachen zu veröffentlichen, "accompagnata da lavori complementari di parecchi tra i docenti che presso le varie nazioni si sono adoperati a fecondare la dottrina del Maestro" (Ascoli 1880-1883: 594). Das grundlegende Werk Diez' war zwar erst 1877 in vierter (und erster posthumer) Auflage erschienen, "[e]l éxito de la obra continuaba siendo tan grande, que también esta edición, sólo un año más tarde, se agotó casi por completo" (Găzdaru 1954: 659). Zum anderen hatte der Verleger erkannt, dass es "die Zeit der ersten großen synoptischen und enzyklopädischen Darstellungen des zeitgenössischen Wissensstandes und der Forschungsergebnisse für die romanische Philologie" (Kalkhoff 2010: 268) war und wollte in diesem neu entstehenden Markt mitmischen.[2] Ihm schien es also notwendig, die Grammatik einerseits durch Anhänge zu ergänzen, in denen die mittlerweile errungenen Fortschritte in den einzelnen Bereichen dargestellt sowie Korrekturen zum Diezschen Werk vorgenommen werden sollten, andererseits mit einzelsprachlichen Special-Grammatiken zu begleiten.

Dafür wandte sich Flittner an Schuchardt, der nicht nur einer der wichtigsten Sprachwissenschaftler der Zeit, sondern auch einer der ersten und herausragendsten Rumänisten deutscher Sprache (vgl. u.a. Bahner 1965, Oancea 1985) war, mit dem Angebot, den Anhang und die Spezialgrammatik zum Rumänischen – und ggf. auch die zum Italienischen, die später an Ascoli[3] (vgl. Găzdaru 1954: 660) und danach von diesem an Giovanni Flechia[4] (ibid.) weitergereicht wurde – zu verfassen. Am Projekt nahmen neben den genannten einige weitere namhafte Romanisten der Zeit teil: Wendelin Foerster[5], der als Hauptherausgeber tätig war und den französischen und eventuell provenzalischen Teil des Werkes übernehmen wollte, Alfred Morel-Fatio,[6] welcher die spanischen Teile hätte behandeln sollen, Francisco Adolpho Coelho[7] für das Portugiesische (vgl. Găzdaru 1954: 660) sowie Adolf Tobler,[8] der am konzeptionellen Entwurf des Vorhabens maßgeblich mitbeteiligt war und dafür von ihm gesammelte Materialien zur Verfügung gestellt hatte.

Informationen

Dass das geplante Unterfangen letztlich scheiterte, scheint unterschiedliche Gründe gehabt zu haben: Darunter sind sicherlich die schwierigen Beziehungen zwischen dem Hauptkurator Wendelin Foerster und den Franzosen Gaston Paris[9] und Paul Meyer[10] zu zählen, die Graziadio Isaia Ascoli für das Projekt gewinnen wollten, wie Găzdaru (1954: 660f.) zurecht betont. Jedoch trug auch Schuchardts Ausscheiden dazu bei. Wie aus den hier edierten Briefen ersichtlich, hatte dieser schon im Mai 1878 den Verlagsvertrag unterschrieben, im Januar 1879 zog er sich aber zurück. Găzdaru vermutet dazu, dass

por el motivo de que, durante ese intermedio, se iniciaron algunas contribuciones rumanas a la filología románica, de manera que Schuchardt, con todo su genio, no tenía deseos, o no tenía aptitud para entrar, en concurrencia con los autóctonos, en el terreno de la gramática nacional de los mismos. (Găzdaru 1954: 661; vgl. auch Găzdaru 1971: 12)

Er bezieht sich auf einen Brief von Wendelin Foerster an Graziadio Isaia Ascoli vom 16. Dezember 1878, in dem der Bonner Romanist schrieb:

Schuchardt hat mir auf meine Anfrage geantwortet, dass er von dem Augenblicke an den Gedanken an eine walachische Grammatik u. sonstige Mitarbeiterschaft aufgegeben habe, als er Gasters Aufsatz über rumän. Vocale im Gröberschen Journal gelesen, er könne mit dem Eingebornen nicht concurrieren. (zitiert nach Găzdaru 1954: 679)

Es war jedoch sicherlich nicht der Respekt vor der wissenschaftlichen Leistung seiner rumänischen Kollegen, die Schuchardt dazu bewegte, die Mitarbeit am Projekt aufzukündigen, und es war auch nicht der Rumäne Bogdan Petriceicu Hasdeu,[11] wie Găzdaru (1971: 12) vermutete, den Schuchardt für einen möglichen Ersatzautor hielt. Schuchardt hatte in Wirklichkeit schon den tschechischen Sprachwissenschaftler und Rumänisten Jan Urban Jarník[12], Sekretär und Schüler Mussafias, als Co-Autor bestellt – ohne jedoch den Verlag davon in Kenntnis zu setzen (vgl. Melchior 2015).[13] Nach seinem Ausscheiden aus dem Projekt schlug Schuchardt Jarník vor, dass Letzterem der junge rumänische Forscher Moses Gaster[14], ein Schüler Gustav Gröbers (und späterer Mitverfasser des rumänischen Teils des Gröberschen Grundriss), zur Seite gestellt werden sollte. Dieser jedoch lehnte die Zusammenarbeit mit Jarník sofort ab[15].

Schuchardt begründete seinen Verzicht mit einer bevorstehenden Reise nach Spanien, die er in der Tat 1879 unternahm und die zu einem sechsmonatigen Aufenthalt vorwiegend in Sevilla führte (vgl. Melchior 2015). Es scheinen ihn aber auch finanzielle sowie konzeptionelle Unstimmigkeiten in dem Unternehmen dazu bewegt zu haben, seine Mitarbeit aufzukündigen, vielleicht aber auch Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Unternehmens.[16]

Der Plan einer Ausgabe der Diezschen Grammatik, die erweitert und erneuert hätte sein sollen, wurde wie erwähnt nie umgesetzt. Die fünfte Auflage, die erst einige Jahre später erschien (Diez 51882), war ein einfacher Abdruck (in einem Band) der dritten, von Diez selbst korrigierten Ausgabe, die als einziges Novum das Inhaltsverzeichnis zu den ersten drei Büchern von Friedrich Apfelstedt[17] und das Inhaltsverzeichnis zum vierten Buch sowie ein Verzeichnis der Abkürzungen von Emil Seelmann[18] beinhaltete.

Die vorliegende Edition versteht sich als ein Beitrag zur Erforschung der externen Faktoren, welche die Entwicklung der Romanistik und der Sprachwissenschaft im 19. Jahrhundert beeinflussten bzw. diese begleiteten.[19] Wie schon erwähnt ist das verlegerische Vorhaben Flittners vor dem Hintergrund der damaligen Entwicklungen auf dem wissenschaftlichen Buchmarkt, der Etablierung neuer Fächer und Disziplinen – die "Neuphilologie" zunächst, die einzelnen modernen Philologien später – zu sehen. Die Verlage der Zeit hatten den Bedarf an Überblicks- und Einführungswerken für Lehre und Forschung erkannt und bemühten sich, darauf zu reagieren – wohl auf ihre unternehmerischen Interessen bedacht. Die hier zur Edition gebrachten Briefe sind ein klares Zeichen dafür. Sie gewähren zudem einen Einblick in die Vertragsverhandlungen zwischen Verlegern und Wissenschaftlern – z.B. in Urheberrechte und Entlohnung betreffenden Fragen – und liefern somit wichtige Informationen zur externen Wissenschaftsgeschichte.

Gegenbriefe

Es war nicht möglich, weitere Unterlagen zu dieser Angelegenheit zu finden. Auch die Briefe Schuchardts an Flittner konnten trotz intensiver Recherche nicht gefunden werden.

Ich danke Hermann Staub von Archiv und Bibliothek des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bei der Deutschen Nationalbibliothek sowie Wolfgang Zimmermann von der Regionalgeschäftsstelle NRW des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für die freundliche Auskunft und die Hilfe bei der Recherche. Wie oben erwähnt wurde der spätere A. Marcus & E. Weber Verlag vom Walter de Gruyter Verlag übernommen und fusionierte mit ihm. Im Repertorium der im Verlagsarchiv aufbewahrten Briefe (Neuendorff & Ziesak 1999) wird das Archiv des A. Marcus & E. Weber Verlags nicht erwähnt und es sind keine Briefe von Hugo Schuchardt verzeichnet. Auf die Anfrage, ob eventuell Unterlagen bezüglich der Angelegenheit in seinen Archiven asserviert werden, antwortete der de Gruyter Verlag leider nicht.

Briefedition und Kommentare

Die Briefe Flittners sind von einer gewissen formalen Nachlässigkeit: Häufig schreibt er z.B. "rumanisch" statt "rumänisch", darüber hinaus "franzosisch" statt "französisch" und "Ruckkehr" statt "Rückkehr", "Schuchard" statt "Schuchardt" oder "Grass" statt "Graz", teils irrt er sich im Datum der Briefe. Es wurde im Text weitestgehend verzichtet, auf die einzelnen Stellen mit [sic] hinzuweisen, es wurden jedoch auch keine Korrekturen vorgenommen, sondern die Texte wurden dem Original getreu wiedergegeben.[20]

Die Webedition wurde unter Mitarbeit von Katrin Purgay erstellt.

Bibliographie[21]

Ascoli, Graziadio, Isaia. 1873. 'Saggi ladini'. In Archivio glottologico italiano I: 1–556.

Ascoli, Graziadio Isaia. 1880-1883. 'Annotazioni sistematiche al Barlaam e Giosafat soprasilvano. Saggio di morfologia e lessicologia soprasilvana'. In Archivio glottologico italiano VIII: 406-602.

Böhmer, Eduard. 1880. 'Diakritische Bezeichnungen der Vokalbuchstaben'. In Romanische Studien 4: 489-490.

Bahner, Werner. 1965. 'Das Rumänische im Blickpunkt der sprachwissenschaftlichen Forschungen Hugo Schuchardts'. In Omagiu lui Alexandru Rosetti. Bucureşti: Editura Academiei Republicii Socialiste România, 33-38.

Diez, Friedrich. 51882. Grammatik der romanischen Sprachen. Drei Theile in einem Bande. Bonn: Eduard Weber's Verlag (Julius Flittner).

Gaster, Moses. 1878a. Zur rumaenischen Lautgeschichte: I. Die gutturale Tenuis. Inaug. Diss. der Univ. Leipzig. Halle/Saale: E. Karras.

Gaster, Moses. 1878b. 'Zur rumänischen Lautgeschichte. Die Gutturalen'. In Zeitschrift für Romanische Philologie 2 (3): 355-388.

Găzdaru, Demetrio. 1954. 'Epistolario inédito de 1878 sobre una nueva edición de la Gramática de Friedrich Diez': In Homenaje a Fritz Krüger, Bd. II. Mendoza: Universidad Nacional de Cuyo, Faculdad de Filosofia y Letras "Dr. I. Fernando Cruz", 659-683 [auch in: ders. 1967. Controversias y documentos lingüísticos. La Plata: Instituto de Filología, Facultad de Humanidades y Ciencias de la Educación, Universidad Nacional de la Plata, 192-220].

Găzdaru, Demetrio. 1971. Cartas de B.P. Hasdeu a Hugo Schuchardt. La Plata: Instituto de Filología Románica.

Gröber, Gustav (ed.). 1888-1902. Grundriss der romanischen Philologie, 2 Bde. (4 Tlbde.). Straßburg: Trübner.

Jarník, Jan Urban [= I. Urban]. 1922. Dragoste de grai şi de viers romînesc. Bucureşti: Editura Casei şcoalelor (= Extras din Vieaţa nouă) [Neuabdruck 1925 mit dem Titel Dragoste de grai şi de viers românesc. Bucureşti: Tipografia "Graiul Romanêsc"].

Jarník, Jan Urban. 1983. Corespondenţă, Bd. 2, ediţie îngrijită, cuvînt înainte şi bibliografie de Traian Ionescu-Nişcov. Bucureşti: Minerva.

Jarník, Jan Urban, Metod Zavoral, Hertvík Jarník & Jindra Hušková-Flajšhansová. 2005. Vorbiri şi scrisori către ardeleni (1887-1941), texte selectate de Traian lonescu-Nişcov, ed. îngrij. de Viorica Nişcov. Bucureşti: Saeculum.

Kalkhoff, Alexander M. 2010. Romanische Philologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Institutionengeschichtliche Perspektiven. Tübingen: Narr (Romanica Monacensia 78).

Körting, Gustav. 1884-1888. Encyklopädie und Methodologie der romanischen Philologie mit besonderer Berücksichtigung des Französischen und Italienischen, 4 Bde.: Theil 1,1 (1884): Erörterung der Vorbegriffe; Theil 1,2 (1884): Einleitung in das Studium der romanischen Philologie; Theil 2 (1884): Die Encyklopaedie der romanischen Gesammt-Philologie; Theil 3 (1886): Die Encyklopaedie der romanischen Einzelphilologien, Zusatzheft (1888): Register. Nachträge zu Litteraturangaben. Heilbronn: Henninger.

Lepsius, Richard. 1855. Das allgemeine linguistische Alphabet. Grundsätze der Übertragung fremder Schriftsysteme und bisher noch ungeschriebener Sprachen in europäischen Buchstaben. Berlin: Hertz.

Lichem, Klaus. 1994. 'Giovanni Flechia e Hugo Schuchardt: Testimonianze nei carteggi'. In Ugo Cardinale, Maria Luisa Porzio Gernia & Domenico Santamaria (eds.). Per Giovanni Flechia nel centenario della morte (1892-1992). Atti del convegno (Ivrea-Torino, 5-7 dicembre 1992). Alessandria: Edizioni dell'Orso, 197-210.

Lichem, Klaus & Wolfgang Würdinger. 2013. 'Die Korrespondenz zwischen Graziadio Isaia Ascoli und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (ed.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/briefe/korrespondenzpartner/254, abgerufen am 27.3.2015

Mazzoni, Bruno (ed.). 1983. Carteggio Hasdeu-Schuchardt. Napoli: Liguori.

Melchior, Luca. 2014. 'Die Korrespondenz zwischen Moses Gaster und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (ed.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/briefe/korrespondenzpartner/298, abgerufen am 24.3.2015.

Melchior, Luca. 2015. 'Die Korrespondenz zwischen Jan Urban Jarník und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (ed.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/briefe/korrespondenzpartner/980, abgerufen am 9.4.2015.

Melchior, Luca & Johannes Mücke. 2013 [erschienen 2015]. 'Bausteine zur Rekonstruktion eines Netzwerks IV: Von Diez zur Sprachanthropologie'. In Grazer linguistische Studien 80: 5-22.

Neuendorff, Otto & Anne-Katrin Ziesak. 1999. Repertorium der Briefe aus dem Archiv Walter de Gruyter. Berlin & New York: Walter de Gruyter.

Oancea, Ileana. 1985. 'Limba română la Institutul de Filologie Romanică din Graz'. In Limbă şi literatură 1985 (IV): 559-565.

Schwägerl-Melchior, Verena. 2014. 'Die Korrespondenz zwischen Alfred Morel Fatio und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (ed.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/briefe/korrespondenzpartner/777, abgerufen am 24.3.2015.

Sousa, Silvio Moreira de. 2013. 'Die Korrespondenz zwischen Francisco Adolfo Coelho und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (ed.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/briefe/korrespondenzpartner/377, abgerufen am 24.3.2015.

Storost, Jürgen. 1992. Hugo Schuchardt und die Gründungsphase der Diezstiftung. Stimmen in Briefen. Bonn: Romanistischer Verlag.

Thomas, Antoine. 1882. '[Rez. von:] Lothringischer Psalter (Bibl. Mazarine n° 798), altfranzoesische Uebersetzung des XIV. Jahrhunderts, herausgegeben von Friedrich Apfelstedt. Heilbronn, 1881. In-12, lxiii-177 pages'. In Bibliothèque de l’école des chartes 43: 680-681.

Würffel, Reinhard. 2000. Lexikon deutscher Verlage von A-Z. 1071 Verlage und 2800 Verlagssignete vom Anfang der Buchdruckerkunst bis 1945. Adressen – Daten – Fakten – Namen. Berlin: Grotesk Verlag.

Lebensdaten aus http://www.findagrave.com/cgi-bin/fg.cgi?page=gr&GRid=73539764 [27.03.2015].



[1] Der Verlag wurde 1897 von Julius Flittner mit dem A. Marcus Verlag zum A. Marcus & E. Weber Verlag zusammengeführt, welcher 1909 von Albert Ahn gekauft wurde. 1927 wurde der Verlag vom Walter de Gruyter Verlag übernommen und verschmolz mit ihm (vgl. Würffel 2000: 547).

[2] So zeichnet sich in den Briefen, die diese Angelegenheit betreffen und die Găzdaru (1954) zur Publikation gebracht hat, auch das, was in das Gröbersche Unternehmen des Grundriss der romanischen Philologie (Gröber 1888-1902) mündete, schon in nuce als Konkurrenzprodukt ab (vgl. Găzdaru 1954: 676) und aus den Briefen Jarníks an Schuchardt scheint sogar durch, dass dieser möglicherweise versuchte, die geplante Grammatik für letzteres Projekt zu schreiben. Davor war auch die von Gustav Körting (1884-1888) herausgegebene Synopse erschienen. Diese erschien im Heilbronner Verlag Henninger, der anscheinend das Gröbersche Werk auch hätte verlegen sollen (vgl. die Briefe Jarníks an Schuchardt in Melchior 2015).

[3] Graziadio Isaia Ascoli (1929-1907), italienischer Sprachwissenschaftler und Romanist. Sein umfangreicher Briefwechsel mit Schuchardt wurde von Lichem & Würdinger (2013) ediert.

[4] Giovanni Flechia (1811-1892) war ein italienischer Sprachwissenschaftler, Orientalist und Indologe. Zu Schuchardt und Flechia vgl. Lichem (1994).

[5] Wendelin Foerster (1844-1915) war ein österreichischer Romanist. 1876 wurde er als Nachfolger Diez' an die Universität Bonn berufen.

[6] Alfred Morel-Fatio (1850-1924), französischer Hispanist. Sein Briefwechsel mit Schuchardt wurde von Schwägerl-Melchior (2014) zur Edition gebracht.

[7] Francisco Adolfo Coelho (1847-1919) war ein portugiesischer Romanist und Kreolist. Seine Briefe an Schuchardt wurden von Sousa (2013) ediert.

[8] Adolf Tobler (1835-1910), Schweizer Romanist, von 1867 bis zum Tode Professor in Berlin.

[9] Bruno Paulin Gaston Paris (1839-1903), französischer Philologe und Mediävist. Die Edition seines umfangreichen Briefwechsels mit Schuchardt ist in Planung.

[10] Marie Paul Hyacinthe Meyer (1840-1917), französischer Philologe. Auch er stand in epistolarischem Kontakt mit Schuchardt (Briefe Nr. 07201-07212 aus den Jahren 1874-1888).

[11] Bogdan Petriceicu Hasdeu (1838-1907), rumänischer Philologe, Politiker und Historiker. Die Korrespondenz mit Schuchardt wurde von Mazzoni (1983) veröffentlicht; schon davor hatte Găzdaru (1971) seine Briefe an den Grazer Sprachwissenschaftler zur Edition gebracht.

[12] Jan Urban Jarník (1848-1923) gehörte zu den ersten und wichtigsten tschechischen Romanisten und Rumänisten. Seine Briefe an Schuchardt, die zum Großteil das hier geschilderte Unterfangen betreffen, sind in Melchior (2015) ediert.

[13] Schuchardt hatte auch Jarník nicht über die Einzelheiten der Verhandlungen mit dem Verlag informiert. Dieser glaubte, dass seine Rolle als Co-Autor der rumänischen Grammatik vom Verlag angenommen worden war. Das Scheitern des Unternehmens wirkte auf ihn überraschend und brachte ihm zahlreiche Schwierigkeiten (vgl. Melchior 2015).

[14] Moses Gaster (1856- 1939) rumänischer Sprachwissenschaftler, Volkskundler und Zionist. Seine Briefe an Schuchardt wurden von Melchior (2014) ediert.

[15] Vgl. seinen Brief vom 25.11.1878 (Nr. 03571, zu finden unter http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/briefe/korrespondenzpartner/bearbeitete/298/briefe/1-3571) in der Edition von Melchior (2014).

[16] Eine Rolle könnte auch die Kontroverse um die Diez-Stiftung gespielt haben, in der Schuchardt eine von den meisten anderen Romanisten nicht geteilte Position vertrat, was einen Bruch zwischen ihm und zahlreichen Kollegen zur Folge hatte (vgl. Storost 1992).

[17] Wahrscheinlich Friedrich Apfelstedt (1859-1882), Philologe (vgl. Thomas 1882: 680).“

[18] Wahrscheinlich Emil Seelmann-Eggebert (1859-1915), deutscher Bibliothekar, Philologe und Romanist.

[19] Vgl. dazu u.a. Melchior & Mücke (2013).

[20] Ich danke Katrin Purgay für die aufmerksame Lektüre und die wertvolle Korrekturarbeit. Für die Lektüre der Einleitung und die hilfreichen Hinweise danke ich zudem Verena Schwägerl-Melchior.

[21] In der Bibliographie werden alle Titel aufgeführt, die sowohl in der Einleitung als auch in der Edition der einzelnen Briefe erwähnt werden.