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Postkarte (30-9551)

[XIX Karl Ludwig Strasse 69] 22 Jan. 16.

Hochverehrter Herr Hofrat,

Damit Sie von meiner Etymologisirerei nicht zu schlecht denken, beeile ich mich auf Ihre Karte, die mich natürlich sehr interessirt hat, zu antworten. Selbstverständlich traue ich dem Herrn Herzog, der uns alboche als arabischen Artikel auftischt, nicht über den Weg. Aber da ich leider das Arabische nicht selbst beurteilen kann, fragte ich Prof. Geyer über die mögliche Veränderung von bachi > bš; sein Urteil stimmte ganz mit dem Ihren überein. Im ersten Augenblick und übrigens auch jetzt noch finde ich den Gedanken, dass ein ausländisches Schimpfwort derben Inhalts das wahrscheinlichste Etymon wäre, einleuchtend. Ich sah im Cohen nach und fand dort zwar nichts von "bachi" wol aber bÆqa= crachat, das mir begrifflich sehr gefiele, aber die lautliche Schwierigkeit macht es ja unmöglich.– Hochverehrter Herr Hofrat, was sind Sie für ein Mephisto, dass Sie mir raten der Geschichte nachzugehen, die Sie als unlösbar ansehen!! Allerdings ist die Saleboche wert, sich mit dem ganzen zu beschäftigen. Aber ich gestehe, dass ich das lieber aus Ihrer Feder lesen möchte.

Ihre sehr ergebene ER