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Postkarte (27-7329)

Mattosinhos. 10. 10. 87

Sehr geehrter Herr,

ja wohl, meine fleißige Schwester Henriette1 (Berlin N.W. Louisenstr. 24a.) hat Ihnen, als einem der wenigen welche in deutschen Landen Port. üben u. treiben, das port. dtsche Lexikon2 zugesandt – auf meinen Rat u. meine Aufforderung natürlich. Mit einem Worte des Dankes, mehr noch mit gelegentlicher kurzer Besprechung des brauchbaren Buches, werden oder würden Sie ihr große Freude bereiten u. mir desgleichen. Die Revista Lusitana – deren baldigen Abgang mit dem Tod – wir alle voraussehen da der Verleger schon jetzt klagt u. zagt – ist vom deutschen Reiche aus durch Postmandate bezahlt worden: existieren solche von Oesterreich aus wirklich noch nicht; Sendungen von hier aus habe ich durch solche in der üblichen einfachen Weise ]aus[ bewerkstelligt. Geht es von Graz aus nicht, so muß ich wohl des Verlegers Meinung einholen! Es soll geschehen sobald ich diesen kleinen Badeort verlassen habe u. wieder in Porto weile. Leite de V. weilt seit Ostern – wie Sie wissen werden, als Arzt in Cadaval (Extremadura). Um Ihren 3 monatlichen Aufenthalt bei den Basken mochte ich Sie fast beneiden!3 Gewißlich haben Sie reiche Fülle neuen Materials gesammelt u. überraschen uns bald mit einer Arbeit über das Euskara.

Mit bestem Gruße

Hochachtungsvollst C.M. de V.


[1] Henriette Michaëlis (1849-?) war als romanistische Lexikographin sehr aktiv. Über ihr Leben ist wenig bekannt.

[2] H. Michaëlis (1887).

[3] HS verbrachte 1887 die Monate Mai bis Juli in Sara (Baskenland), damit begann auch seine intensive Beschäftigung mit der Sprache, was in seinem Oeuvre zu mehr als 100 Veröffentlichungen baskologischen Inhalts führen wird.