Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Postkarte (25-7327)

Was ich über das Verhältniß der zwei Texttraditionen des Burlador denke? Die von Hartzembusch1 in der Bibl. Rico. veröffentlichte, ist jedenfalls eine höchst mangelhafte, deren Original ziemlich fernstehende - wie H. selbst zugibt, denn er spricht von ediciones infelicisimas die ihm zu Gebote gestanden, von mutilaciones, añadiduras etc. – welches aber die ihm zu Grunde liegenden Einzelausgaben sind, vermag ich leider noch nicht zu sagen – ich fahnde seit Jahren vergeblich nach alten pliegos sueltos-Drucken. Eine hübsche Sammlung Moreto's habe ich bereits, von Tirso rein nichts. Weder die Ausg. von 1630 noch die von 1654 ist mir zugänglich. In der Königl. Bibl. von Berlin fand ich zwei oder drei vorhandene unter den Marken Xk 1482, Xk 1473 und Xk 4062 – näheres kann ich nicht angeben. – Sollten Sie sich derselben nicht bedienen, so werde ich mir demnächst genauere Mittheilungen erbitten u. wenn nötig die Bände selbst leihweise zu erhalten versuchen. – Mein Urteil ist daher – wie Sie sehen – zunächst ein sicherer Grundlage gänzlich entbehrendes. – Dennoch glaube ich behaupten ja beweisen zu können daß der neuerdings in den Libros Raros veröffentlichte Text des Tan largo me lo fiais dem echteren, ursprünglicheren Gehalt des Dramas näher kommt. H.'s Text läßt sich in manchen Einzelheiten darnach verbessern. – Doch bleiben beide noch durchaus ungenügend. – Aus einer der Neuausgabe eigentümlichen Stelle darf man schließen daß ihr Text vor 1640 einer Aufführung vor Philipp zu Grunde gelegen. – Tan largo2 besitzen Sie sicherlich?


[1] Auch Hartzenbusch, Juan Eugenio.

[2] Tan largo me lo fiáis, von Tirso de Molina.