Projektkooperationen

Ein wesentlicher Teil des Projekts "Netzwerk des Wissens" wird der Aufbau von gesamteuropäischen Projektpartnerschaften sein, die in einer gemeinsamen Erarbeitung der sozietalen und wissenschaftshistorischen Bedingungen von Vernetzungen im 19. Jahrhundert bzw. der daraus resultierenden Möglichkeiten empirischen Austauschs und medial neuartiger Diskursformen. Dieses Unterfangen ist vielschichtig. Sein Gelingen hängt von zahlreichen Einzelinitiativen und Kooperationen ab.

Kooperation Hugo Schuchardt Archiv/Volkskundemuseum Wien

Ebenso wie der wissenschaftliche Nachlass und die an Schuchardt gerichtete Korrespondenz ging die umfangreiche, aus Spindeln, Haspeln, Dreschflegeln und Fischereigeräten bestehende Objektsammlung, die Hugo Schuchardt über Jahre hinweg im Rahmen seiner der Wörter-und-Sachen-Forschung den Weg bereitenden kulturgeschichtliche mit linguistischen Aspekten verknüpfenden Studien angelegt hatte, nach seinem Tod zunächst an die Universitätsbibliothek Graz. Im Jahr 1959 ging das Konvolut als Legat an das Österreichische Volkskundemuseum Wien.

Im Rahmen eines von Prof. Bernhard Hurch initiierten Kooperationsprojekts zwischen dem Institut für Sprachwissenschaft der Universität Graz und dem Österreichischen Volkskundemuseum in Wien wird derzeit versucht, auf Grundlage der Korrespondenz und des Manuskriptnachlasses die Herkunft der Objekte in der Sammlung zu rekonstruieren und in einem zweiten Schritt die entsprechenden Belegstellen mit den Fotografien der Objekte zu verknüpfen. Diese Kooperation ist seitens Graz im Rahmen des FWF-Projekts ‚Netzwerk des Wissens‘ (Projektnummer P 24400-G15 (Laufzeit: 1. November 2012 bis 31. Oktober 2015)) angesiedelt und wird zusätzlich von der Hugo-Schuchardt’schen Malwinenstiftung gefördert. Projektverantwortlich sind in Graz Prof. Bernhard Hurch, Dr. Verena Schwägerl-Melchior, Mag. phil. Stefan Frühwirth, Mag. phil. Christian Steiner und für das ÖMV in Wien Mag. (FH) Elisabeth Egger.

Diese Rekonstruktion erfolgt mit mehreren Zielsetzungen:

Zum einen leistet die thematische Sichtung und sukzessive Aufarbeitung der betreffenden Korrespondenz und der einschlägigen Nachlassmanuskripte bereits eine nicht unwesentliche Hilfestellung zur eindeutigen Identifizierung der oftmals unbeschrifteten und auch anderer Zurodnungshinweise entbehrenden Objekte, die somit wieder in ihrer lokalen und regionalen, aber auch historischen Provenienz verortet werden können. Dies ist als grundlegend sowohl für die Lesbarkeit und Deutung der Archivbestände als auch für eine weitere Beschäftigung mit Schuchardts Beitrag zur Wörter-und-Sachen-Forschung zu sehen.

Zum anderen sollen durch die in Vorbereitung befindliche Verlinkung zwischen Objektfotografien und edierten Korrespondenzen und Materialien die verschiedenen Teile des Schuchardt-Nachlasses virtuell wieder zusammengeführt und rekontextualisiert werden, was mit Blick auf die Aufarbeitung des einschlägigen wissenschaftlichen Œuvres Schuchardt aus Netzwerkperspektive einen erheblichen Erkenntnisgewinn verspricht.