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Hermann Urtel

Die Korrespondenz zwischen Hermann Urtel und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Hausmann, Frank-Rutger. 2016. 'Die Korrespondenz zwischen Hermann Urtel und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/2909, abgerufen am 17.10.2019

Hermann Urtel

Bedeutung

In Straßburg als Sohn von Friedrich Urtel (1843-1899), Lehrer am Protestantischen Gymnasium, geboren, legte er 1893 das Abitur am Gymnasium Weimar ab, wohin die Familie 1876 übergesiedelt war. Er studierte Neuere Sprachen in Neuchâtel, Freiburg i. Br., Heidelberg, Göttingen, Berlin u. Straßburg. Im Jahr 1896 erfolgte die Promotion in Heidelberg bei Fritz Neumann, 1899 das 1. Staatsexamen in Straßburg mit anschließendem Probejahr am Gymnasium Markirch. Im August 1900 wurde Urtel Lehrer an der Gelehrtenschule Johanneum in Hamburg; Tätigkeiten an Gymnasien in Cuxhaven, St. Pauli und 1910 am Realgymnasium Barmbek schlossen sich an. Am 24.11.1919 erfolgte die Habilitation in Hamburg durch Bernhard Schädel. Kurz vor seinem Tod wurde er am 7.6.1926 noch zum Hamburger Honorarprofessor ernannt. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren nacheinander Dialektologie (vgl. seine Mitarbeit an Vollmöllers Kritischen Jahresberichten IX, 1905, X, 1906, XI, 1911, XII, 19), Baskisch, französische Literatur des 19. Jahrhunderts, Volkskunde und romanische Philologie.

Lit.: Wilhelm Giese, Nachruf, Revista Internacional de Estudios Vascos  17, 1926, 624-625; Hurch, Leo Spitzers Briefe an Hugo Schuchardt. Hrsg. u. eingel. von Bernhard Hurch, Berlin 2006, ad Indicem (428); Alexander M. Kalkhoff, Romanische Philologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Institutionengeschichtliche Perspektiven, Tübingen 2010 (romanistica monacensia; 78), 190, 202; Ernst Robert Curtius, Briefe aus einem halben Jahrhundert. Eine Auswahl. Hrsg. u. komm. von Frank-Rutger Hausmann, Baden-Baden 2015, 108-109; Kössler, Personenlexikon (online) [dort auch Hinweise auf Vater und Großvater]; Jürgen Meisel / Klaus Meyer-Minnemann, „Hundert Jahre Romanistik. Zur Geschichte der romanistischen Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg“, RZLG 39, 2015, 396-397; Hugo Schuchardt – Julio de Urquijo Correspondencia (1906-1927). Editado con una introducción por Bernhard Hurch – Maria Jose Kerejeta, Bilbao 1997 (Anejos del Anuaro del Seminario de Filología Vasca „Julio de Urquijo“, International Journal of Basque Linguistics and Philology, XLI), passim.

Vgl. auch den Beitrag zu Hermann Urtel im Romanistenlexikon.

Briefedition und Kommentare

Urtel lernte Schuchardt im Jahr 1909 anlässlich einer Philologen-Tagung in Graz persönlich kennen, muss ihn aber schon vorher wissenschaftlich bewundert haben. Er trat mit ihm in einen regen Briefwechsel, der bis kurz vor seinem Tod geführt wurde. Urtel betrachtete Schuchardt nicht nur als Vorbild und Lehrmeister, sondern auch als väterlichen Freund, bei dem er in persönlichen Lebenskrisen Rat suchte. Ihr wissenschaftlicher Kontakt intensivierte sich im Ersten Weltkrieg, als Urtel zunächst zum Briefzensor und Dolmetscher für baskische und romanophone Kriegsgefangene ernannt wurde und schon bald, von Heinrich Morf betreut, für die 1915 gegründete und von Carl Stumpf und Wilhelm Doegen geleitete „Königlich Preußische Phonographische Kommission“ tätig wurde. Die Kommission führte „im geheimen Auftrag während des Ersten Weltkriegs in den deutschen Internierungslagern Sprach- und Musikaufnahmen durch mit dem Ziel, die etwa 250 Sprachen der Gefangenen sowie ihre traditionelle Musik nach methodischen Grundsätzen systematisch aufzuzeichnen und mit dazugehörigem Textmaterial zu bearbeiten“ (homepage Lautarchiv, Hermann von Hemholtz-Zentrum für Kulturtechnik, HU Berlin, Portal der Sammlungsaktivitäten und Sammlungserschließungen). Urtel interessierte sich insbesondere für die Basken und ihre Sprache und ließ sich dabei von Schuchardt beraten. Nach Kriegsende büßte der Briefwechsel an wissenschaftlicher Intensität ein, da Urtel, 1919 habilitiert, von Schädel stark in die Lehre eingespannt wurde, aber zugleich noch ein halbes Lehrdeputat an einem Hamburger Gymnasium ausfüllte.

Insgesamt sind 62 Briefe und Karten Urtels überliefert; Schuchardts Gegenstücke fehlen, da es keinen Nachlass Urtels gibt, doch wurden Einzelstücke aus Urtels Besitz 1943 vom Antiquariat W. Kittler in Dresden verkauft.

   

1909   1 Brief

1911   1 Brief

1912   5 Briefe, 3 Postkarten

1913   2 Briefe, 1 Postkarte

1914   2 Postkarten

1915   1 Brief, 3 Postkarten

1916   3 Briefe, 2 Postkarten

1917   7 Briefe, 1 Postkarte

1918   5 Briefe, 1 Postkarte

1919   2 Briefe, 2 Postkarten

1920   2 Briefe

1921   2 Briefe, 2 Postkarten

1922   2 Briefe, 7 Postkarten

1924   2 Briefe

1925   1 Brief, 1 Postkarte

o. D.    [= 1921] 1 Postkarte