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Herbert Steiner

Die Korrespondenz zwischen Herbert Steiner und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Webedition wurde unter Mitarbeit von Belma Mahmutovic erstellt.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Hausmann, Frank-Rutger. 2016. 'Die Korrespondenz zwischen Herbert Steiner und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/2776, abgerufen am 12.08.2020

Herbert Steiner

Bedeutung

Der am 15. August 1892 in Wien geborene Fabrikantensohn (der Vater Ignaz Franz besaß eine kleine Firma für Möbelstoffe in Fulnek, Mähren; die Mutter, Mary, war vermutlich Engländerin) besuchte Volksschule und Gymnasium in Wien und Zürich (dort erwarb er im Herbst 1910 die kantonale Maturität), studierte Romanistik (Hauptfach) und Germanistik in Graz, Zürich und München bei Emil Abegg, Adolf Frey, Louis Gauchat, Jakob Jud, Hugo Spitzer und Karl Vossler. Ab 1922 übte er schriftstellerische und redaktionelle Tätigkeiten in Zürich aus und promovierte 1925/30 mit einer Arbeit über den Chevalier de Méré (Betreuer: Theophil Spoerri, Louis Gauchat). Nach dem Tod des Vaters wanderte er 1941 in die USA aus, wo er an verschiedenen Universitäten Romanistik und Germanistik lehrte, zuletzt an der Pennsylvania State Univ. in University Park. Ab 1959 war er freier Mitarbeiter am Schiller-Nationalmuseum (Deutsches Literaturarchiv) in Marbach, wo er die Papiere der Zeitschrift Corona ordnete, die er auf Bitten Martin Bodmers mitbegründet hatte. Er verbrachte die letzten Lebensjahre schwer erkankt in der Schweiz.

Friedrich Gundolf, Briefwechsel mit Herbert Steiner und Ernst Robert Curtius, eingel. u. hrsg. von Lothar Helbing u. Claus Victor Bock, Amsterdam 1963, 71-128; Vjačeslav Ivanov, Dichtung und Briefwechsel aus dem deutschsprachigen Nachlass. Hrsg. von Michael Wachtel, Mainz 1995 (Deutsch-russische Literaturbeziehungen, Forschungen und Materialien; 6), 77-217; Ernst Schürer, IGL 3, 2003, 1801-1802; Leo Spitzers Briefe an Hugo Schuchardt. Hrsg. Bernhard Hurch, Berlin-New York 2006, ad Indicem (426); Ernst Robert Curtius, Briefe aus einem halben Jahrhundert. Eine Auswahl, Baden-Baden 2015, 684, bes. 515-516; Achim Aurnhammer u.a. (Hrsg.), Stefan George und sein Kreis. Ein Handbuch, Berlin-Boston 1916, 1689-90.

Gegenbriefe

Steiners NL, in dem ein Teil der Briefe und Karten Schuchardts an ihn erhalten ist, befindet sich im DLA Marbach.

Briefedition und Kommentare

Der Briefwechsel Schuchardt-Steiner ist allein schon deshalb interessant, weil es von dem „Studenten“ Steiner nur wenige Briefzeugnisse gibt. Als Doktorand Vosslers, unter dessen Anleitung er eine Darstellung von Schuchardts Sprachphilosophie erarbeiten wollte, besuchte er diesen Mitte August 1919 in Graz und wurde freundlich empfangen. Weitere Begegnungen fanden 1921 statt. Schuchardt stellte Steiner Sonderdrucke seiner Schriften zur Verfügung, der zum Dank sein 1916 erschienenes Verzeichnis der Druckschriften ergänzte, ihn mit Ausschnitten aus der NZZ versorgte und als Bote zu den Schweizer Romanisten fungierte. Steiner, ein halbes Jahrhundert jünger als Schuchardt, trat diesem in gebotener Reverenz gegenüber, weshalb seine Briefe meist förmlich und zurückhaltend sind. Im Lebenslauf seiner Dissertation schreibt Steiner, die ursprünglich geplante Dissertation sei aus „äusseren Gründen unabgeschlossen“ geblieben, ohne diese Gründe zu spezifizieren. Ein Grund war sicherlich, dass das von Leo Spitzer herausgegebene Schuchardt-Brevier bereits den Großteil der Zitate enthielt, die Steiner selber hatte kommentieren wollen. Zudem war er ein langsamer und vorsichtiger Wissenschaftler. Spitzer, der ihn persönlich gut kannte, schreibt über ihn am 7.12.1923 an Schuchardt: „Daß H. Steiner je seine Arbeit über Sie beenden würde, halte ich für ausge­schlossen. Er ist ein Mann, der in jungen Jahren dem Kleinwinzigen zustrebt, eine noterella in einem Jahr, eine Rezension alle heiligen drei Zeiten. Das ist dann immer fein ziseliert, aber eben eine Nippsache“ (HSA, Lfd.Nr. 377-11134). Dies trifft zwar zu, unterschätzt aber Steiners Tätigkeit als Redakteur (Der Lesezirkel, Corona, Schriften der Corona u.a.), Übersetzer und Herausgeber wie auch seine engen Kontakte zu bedeutenden Schriftstellern, deren Werk er förderte und bekannt machte.

 

1919   4 Briefe Steiners, 2 PK Schuchardts

1920   5 Briefe und PK Steiners, 4 PK Schuchardts

1921   8 Briefe und PK Steiners, 1 PK Schuchardts

1922   11 Briefe und PK Steiners, 1 PK Schuchardts

1923   1 PK Schuchardts

1926   2 Briefe Steiners, 1 Brief Schuchardts

1927   1 Brief Steiners, 1 PK Schuchardts