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Malvine Schuchardt

Die Korrespondenz zwischen Malvine Schuchardt und Hugo Schuchardt wurde von Bernhard Hurch bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Hurch, Bernhard. 2016. 'Die Korrespondenz zwischen Malvine Schuchardt und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/2688, abgerufen am 29.05.2020

Malvine Schuchardt

Bedeutung

Der Kontext

Im Jahre 1887 bereist Hugo Schuchardt das Baskenland. Er hat diese Reise ausführlich vorbereitet, sowohl organisatorisch wie wissenschaftlich. Wentworth Webster war ihm bei der Beschaffung seiner Unterkunft bei der Familie Goyetche in Sara (Iparralde) sowie des Kontakts zu seinem Baskischlehrer, dem Schuster und Literaten Auguste Etcheverry (vgl. die Korrespondenz mit diesem) behilflich; Schuchardt hatte sich schon vor seiner Reise in diese Sprache eingelesen. Mit dieser Reise selbst beginnt jedenfalls ein wissenschaftlicher Abschnitt für Schuchardt, der zu einer mehr als 1000 Stücke umfassenden Korrespondenz und zu mehr als 100 einschlägig baskologischen Publikationen führen wird.  Auf dieser Reise hat Schuchardt auch umfangreiches Material gesammelt, das ihn noch 35 Jahre später in die Lage versetzt, seine umfangreiche Abhandlung zu Sara zu verfassen (Schuchardt 1922).

Briefedition und Kommentare

Die Briefe an die Mutter

Was Schuchardts Beziehung zu seiner Mutter Malvine Schuchardt (geb. Bridel-Brideri, 1815-1899) betrifft, können wir Einiges nur erahnen. Nach Aussage von Franz Mairhuber war es Schuchardts letzter Wille, daß die persönlichen Briefe nach dem Tod der Mairhubers vernichtet werden sollten. Dem sind seine Letztwill-Vollstrecker auch nachgekommen. Die hier gesammelten Briefe sind die einzigen, die uns erhalten sind. Der Ton läßt darauf schließen, daß zwischen Mutter und Sohn ein regelmäßiger Briefkontakt, nicht nur auf dieser Auslandsreise, bestanden hat. Die Briefe gehören zusammen, lediglich einer, der wahrscheinlich chronologisch älteste, ist in anderem Ton, anderer Schrift und anderem Stil verfaßt. Entgegen dieser Chronologie steht er hier wegen des isolierten Charakters am Ende. Schuchardt ist liebevoll um das Wohl seiner Mutter besorgt, er gibt ihr regelmäßige Berichte über sein Leben im Baskenland, scheint sie beruhigen zu wollen, über seinen Alltag, die Unterkunft, die Kontakte, auch teilweise über seine Arbeit. Insgesamt sind die Briefe aber sehr privat gehalten.

Schuchardts Berichte

Auch ohne daß Schuchardt gegenüber seiner Mutter in baskologische Details geht, erfahren wir aus diesen Briefen einiges über seine Kontakte im Baskenland: Webster, Adéma, Duvoisin, Hiriart, d’Abbadie, Ducéré, Inchauspe, Sallaberry, Mocochin, natürlich Etcheverry, und einige andere, von denen er berichtet, die hier aber namentlich nicht genannt werden. In sehr bildlicher Form schreibt Schuchardt von seinen Reisen im Baskenland, von seinen Wanderungen, den Menschen in Sara, Dorffesten, Bekanntschaften und Studien. Im Nachlaß liegen zahlreiche Materialien, die er in diesen Monaten des Aufenthaltes gesammelt hat, die allerdings bislang (Juni 2016) noch nicht so weit gesichtet wurden, daß daraus ein tagebuchartiges Bild resultierte. Schuchardt hat in der doch nicht sehr langen Zeit seines Aufenthaltes offenbar sehr intensiv gearbeitet und exzellent Baskisch gelernt, jedenfalls was sein schriftliches Verständnis und seine schriftliche Produktion betrifft. Davon zeugt nicht nur die Episode in Mauléon (im Brief 22-10340), sondern insbesondere auch die Briefe, die er an A. Etcheverry auf Baskisch geschrieben hat.

Insofern sind die Briefe an seine Mutter nicht nur ein persönlich-familiäres Zeugnis, sie sind auch Bestandteil eines Gesamtbildes über Schuchardt und das Baskenland.

 

Bibliographie

Inchauspe, Abbé (Emmanuel) (1858) Le verbe Basque. Paris: Duprat.