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Pio Rajna

Die Korrespondenz zwischen Pio Rajna und Hugo Schuchardt wurde von Luca Melchior bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Melchior, Luca. 2012. 'Die Korrespondenz zwischen Pio Rajna und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/2467, abgerufen am 17.11.2019

Eine ausführlich kommentierte Printveröffentlichung findet sich in:

Melchior, Luca. 2011. ''Anche nel fango Lei trova oro e gemme; e abbandonate dentro ad esso le scarpe, si leva ai voli piú arditi e geniali': il carteggio Schuchardt-Rajna'. In Filologia & Critica, XXXVI,1: 5-48.

Pio Rajna

Bedeutung

Pio Rajna war einer der wichtigsten italienischen Philologen seiner Zeit. Zu seiner Person und zu seiner Bedeutung in der romanischen und italienischen Philologie braucht man nicht viel zu sagen, da sie schon von vielen Autoren gebührend beleuchtet wurden (vgl. u.a. schon D’Ovidio 1878 (!), Casella 1931, Mazzoni 1931, Vandelli 1932, dann Ruggieri 1969a und 1969b, Mazzoni 1998a und 1998b, Segre 1998, Boscolo 2010).

Informationen

Er studierte an der Universität in Pisa (wo er mit Mutter und Geschwistern seit 1864 lebte) bei Alessandro D'Ancona, Domenico Comparetti und Emilio Teza, und vertiefte dort vor allem seine Kenntnisse der klassischen Philologie und des Sanskrits. Nach dem Studium lehrte er zunächst Latein und Altgriechisch an einem Modeneser und später an einem Mailänder Gymnasium, wechselte dann 1874 auf Wunsch von Graziadio Isaia Ascoli (vgl. Mazzoni 1998b: xi, Di Fonzo 1998: lxx-lxxi, Lucchini 1995b: viii) an die Accademia scientifico-letteraria in Mailand, wo er romanische Literaturen unterrichtete[1]. Später lehrte er romanische Sprachen und Literaturen am Istituto di studi superiori in Florenz (1884-1922). Rajnas Forschung prägte vor allem ein historisch-komparatistisches Interesse, das ihn dazu führte, sich der Erforschung der Ritterliteratur sowie der provenzalischen Dichtung zu widmen. In diesem Bereich veröffentlichte er unter anderem 1876 Fonti dell'Orlando furioso (ein grundlegendes Werk trotz der Kritik von Croce, vgl. Schulz-Buschhaus 2005 [1981]: 243f.), und 1884 das Standardwerk Le origini dell'epopea francese. Das zweite große Forschungsinteresse des italienischen Philologen galt Dante: Als einer der anerkanntesten Dantisten seiner Zeit veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze zu Alighieri und zu dessen De vulgari eloquentia, das er 1896 in einer kritischen Edition herausgab. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit methodologischen Fragen der philologischen Forschung. Diese Interessen bedingen die Tatsache, dass der Name Pio Rajna vor allem unter Philologen und Literaturhistorikern und -wissenschaftlern, vielleicht aber etwas weniger unter Sprachwissenschaftlern bekannt ist, auch wenn Rajna sich ebenso der Erforschung der ersten italienischen Texte und Denkmäler (vgl. Rajna 1891a) widmete und dialektologische Interessen verfolgte (vgl. Broggini 1993 und Sanfilippo 1993). Es lassen sich auch manche Überschneidungen mit Schuchardt verzeichnen, z.B. auf dem Gebiet der Etymologie (vgl. z.B. Rajna 1873 und Rajna 1879),[2] aber auch zu Aspekten des lateinischen Vokalismus (man denke an den kurzen Aufsatz Rajna 1891b). Ausführliche bibliographische Hinweise zu den zahlreichen Werken Rajnas (beinahe 400 Titel) finden sich in Vandelli 1911, in Borroni 1956, in der „Bibliografia“ in Grana 1969 und in Abardo 1993b und 1998 (eine Auswahl seiner Texte zur italienischen und romanischen Philologie und Linguistik wurde 1998 von Pio Lucchini herausgegeben, siehe Rajna 1998). Mitglied der Accademia della Crusca und seit 1909 korrespondierendes Mitglied der Berliner Akademie, wurde Pio Rajna 1922 zum senatore a vita ernannt. Er starb 1930.

Briefedition und Kommentare

Im Briefwechsel zwischen Schuchardt und Rajna entwickelt sich kein organischer wissenschaftlicher Diskurs: Nur selten diskutiert Rajna kritisch über Schuchardts Werk (wie z.B. über die Etymologie von trovare, siehe Brief vom 7. Januar 1900 – diese Etymologie beschäftigte jahrelang nicht nur Schuchardt), lobt ihn (vgl. zum Beispiel den Brief vom 24. März 1898 zur Etymologie von span. sabio) oder fragt ihn nach seiner wissenschaftlichen Meinung (z.B. über Goidanichs L’origine e la forma della dittongazione romanza, siehe Brief vom 9. Mai 1908). Aus den Briefen geht jedoch hervor, dass Schuchardt die Arbeit und die philologischen Kenntnisse von Rajna sehr schätzte. Gerade in die philologische Arbeit des Italieners hatte er viel Vertrauen, und er verließ sich auf sie, wenn er Hinweise zu italienischen und lateinischen Quellen und sekundären Texten brauchte, aber auch, wenn er Schwierigkeiten bei der Aufschlüsselung von eben diesen Quellen hatte.

Jedoch finden sich in nicht wenigen Briefen eher persönliche Anmerkungen und Mitteilungen: Mal bedankt sich Rajna für Aufsätze und Sonderdrucke, die er von Schuchardt erhalten hat, mal lädt er ihn nach Florenz ein bzw. bedankt sich für den Besuch, mal erkundigt er sich über Schuchardts Gesundheitszustand oder bemüht sich – auf Schuchardts Wunsch – als Vermittler in zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen diesem und anderen Wissenschaftlern der Zeit. Die beiden scheint eine sehr freundschaftliche Beziehung zu verbinden, die in vielen ihrer Briefe bezeugt wird. Interessant ist die Verflechtung zwischen herausragenden Persönlichkeiten aus Romanistik und Philologie der damaligen Zeit, die sich in den Briefen abzeichnet (sowie in der Korrespondenz Rajnas mit anderen Forschern und Persönlichkeiten der Zeit[3]). So besucht Kristoffer Nyrop Rajna in Florenz, oder aber dieser trifft Paul Meyer und den Keltisten John Rhys – der die Beziehungen zu Schuchardt unterbrochen hatte, was Schuchardt bedauerte – in England. Florenz ist ein Drehpunkt der italienischen, nicht nur philologischen, Forschung, und Rajna ist eine der wichtigsten Figuren in diesem bewegten kulturellen Klima. Und in Florenz verbringt ein anderer bedeutender Philologe der Zeit seine letzten Jahre: Adolfo Mussafia. Der längste Brief Rajnas an Schuchardt (datiert vom 09. Juni 1905) erzählt von den letzten Minuten in dessen Leben: Rajna schildert tief bewegt die Agonie des Spliter Romanisten, der auch Elise und Helene Richter beiwohnten. Ein bewegender Brief, in dem trotz des nüchternen Tons Rajnas die Betroffenheit des italienischen Philologen angesichts des Schicksals Mussafias deutlich hervorgeht (man vergleiche auch die Glückwünsche zum 70. Geburtstag Mussafias, die Rajna in der Florentiner Zeitschrift Marzocco vom 19. Februar 1905 veröffentlichte).

Die 28 Briefe und Postkarten Rajnas an Schuchardt sowie die zwölf Korrespondenzstücke Schuchardts an Rajna sind über eine relativ große Zeitspanne hinweg geschrieben worden, zwischen 1877 (mit einem ersten Kontakt zwischen den beiden Wissenschaftlern in Fragen der Diez-Stiftung) und 1927 (kurz vor Schuchardts Tod), die meisten Briefe stammen aber aus den Jahren zwischen 1897 und 1911, mit einer Verdichtung in den Jahren 1898, 1908 und 1909. Zwischen 1915 und 1927 finden sich keine Briefe: Der Kriegseintritt Italiens gegen Österreich (24. Mai 1915) und die Folgen des Krieges – sowie Schuchardts nationalistische Positionen[4] – setzen dem jahrzehntelangen Briefwechsel ein Ende. Rajna scheint sich der möglichen Folgen dieses historischen Ereignisses bewusst zu sein, und schaut lieber zurück: „Un compito ben arduo si prepara alla storia col giudizio sulle cose presenti! – Mi volgo al passato“, schreibt er in dem, was für lange Zeit sein letzter Brief an Schuchardt sein sollte (07. März 1915). Eine einzige Postkarte kommt noch, viele Jahre später. Sie datiert vom 23. März 1927, und in ihr erkundigt sich Rajna nach dem Gesundheitszustand des ehemaligen Korrespondenten, der erkrankt ist und wenige Tage darauf stirbt (21. April 1927).

Die Korrespondenzstücke sind gut erhalten und sehr gut leserlich. Es finden sich keine bzw. kaum Abkürzungen, die nicht aufgeschlüsselt wurden, weil einfach interpretierbar. Es wurden auch sonst keine Eingriffe in die Texten vorgenommen.

Bibliographie

(s.a.) (1969): „Bibliografia“ in: Grana, Gianni (Hrsg.): Letteratura Italiana. I critici, Band I, Milano: Marzorati, 571-574.

Abardo, Rudy (Hrsg.) (1993a): Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere.

Abardo, Rudy [=R.A.] (1993): “Bibliografia degli scritti di Pio Rajna”, in: idem (Hrsg.) (1993a) : Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere, 175-206.

Abardo, Rudy (1998): “Bibliografia degli scritti di Pio Rajna”, in: Rajna, Pio (1998): Scritti di filologia e linguistica italiana e romanza, a cura di Guido Lucchini, Bd. 3, Roma: Salerno editrice [=Pubblicazioni del Centro Pio Rajna – Sez. I/1***], 1757-1790.

Borroni, Fabia (1956): Le carte Rajna della Biblioteca Marucelliana. Catalogo e bibliografia, Firenze: Sansoni.

Boscolo, Claudia (2010): „Pio Rajna“ in: Classen, Albrecht (Hrsg.): Handbook of Medieval Studies. Terms – Methods – Trends, Band 3, Berlin / New York: de Gruyter, 2578-2581.

Brambilla, Alberto (1993): “Echi della polemica Bédier-Rajna nel carteggio Novati-Rajna”, in: Abardo, Rudy (Hrsg.) (1993a): Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere, 95-107.

Broggini, Romano (1993): “Pio Rajna e gli studi di dialettologia lombarda”, in: Abardo, Rudy (Hrsg.): Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere, 79-90.

Casella, Mario (1931): „Pio Rajna“, in: Civiltà moderna III, 851-882.

Di Fonzo, Claudia (1998a): „Introduzione“, in: Rajna, Pio: La materia e la forma della «Divina Commedia». I mondi oltraterreni nelle letterature classiche e nelle medievali, herausgegeben von Claudia Di Fonzo, Firenze: Le lettere [=Quaderni degli Studi Danteschi 12], xxv-lxxxv.

Di Fonzo, Claudia (1998b): „Appendice all’introduzione“, in: Rajna, Pio: La materia e la forma della «Divina Commedia». I mondi oltraterreni nelle letterature classiche e nelle medievali, herausgegeben von Claudia Di Fonzo, Firenze: Le lettere [=Quaderni degli Studi Danteschi 12], lxxxv-cxxvi.

D’Ovidio, Francesco (1878): „Pio Rajna e le sue fonti dell’Ariosto (1877)“, in: ders.: Saggi critici, Napoli: Morano, 150-168.

Hurch, Bernhard (s.d.): „Vita“, URL: http://schuchardt.uni-graz.at/hugo-schuchardt/vita, Stand: 01.10.2012.

Lucchini, Guido (Hrsg.) (1995a): Pio Rajna Francesco Novati. Carteggio (1878 – 1915). Tra Filologia Romanza e Mediolatina, Milano: LED.

Lucchini, Guido (1995b): “Introduzione”, in: idem (Hrsg) (1995a), i-lxxxvi.

Marchi, Gian Paolo (1993): “Appendice. Lettere di Pio Rajna”, in: Abardo, Rudy (Hrsg.) (1993a): Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere, 125-141.

Mazzoni, Guido (1931): “Pio Rajna”, in: Archivio storico italiano Serie VII, XV, 159-196.

Mazzoni, Francesco (1998a): „Premessa“, in: Rajna, Pio (1998): Scritti di filologia e linguistica italiana e romanza, herausgegeben von Guido Lucchini, Bd. 1, Roma: Salerno editrice [=Pubblicazioni del Centro Pio Rajna – Sez. I/1*], vii-xvi.

Mazzoni, Francesco (1998b): „Premessa“, in: Rajna, Pio: La materia e la forma della «Divina Commedia». I mondi oltraterreni nelle letterature classiche e nelle medievali, herausgegeben von Claudia Di Fonzo, Firenze: Le lettere [=Quaderni degli Studi Danteschi 12], xi-xxiv.

Mazzoni, Francesco (1998c): „Dal carteggio di Pio Rajna“, in: Chiappini, Gaetano (Hrsg.): Echi di memoria. Scritti di varia filologia, critica e linguistica in ricordo di Giorgio Chiarini, Firenze: Alinea, 415-426.

Prencipe-Di Donna, Carmen (1993): “Il carteggio Rajna-Zingarelli (con testi di una corrispondenza inedita)”, in: Abardo, Rudy (Hrsg.) (1993a): Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere, 109-118.

Rajna, Pio (1873): „Contrastare, contastare“, in: Rivista di filologia romanza 1, 226-234 [jetzt auch in: Rajna, Pio (1998): Scritti di filologia e linguistica italiana e romanza, a cura di Guido Lucchini, Bd. 2, Roma: Salerno editrice [=Pubblicazioni del Centro Pio Rajna – Sez. I/1**], 813-824].

Rajna, Pio (1879): „Tosto“, in: Giornale di filologia romanza 2, 57-62.

Rajna, Pio (1891a): „Le origini della lingua Italiana“, in: Gli albori della vita italiana, Bd. 3, Milano: Treves, 343-384.

Rajna, Pio (1891b): La pronunzia dell’ṓ e dell’ḗ latino nelle nostre scuole, Verona: Donato Tedeschi e figlio (estratto da: Biblioteca delle Scuole Italiane 19, Vol. III).

Rajna, Pio (1905): “Adolfo Mussafia”, in: Marzocco X,8 (19 febbraio 1905), 1.

Rajna, Pio (1998): Scritti di filologia e linguistica italiana e romanza, herausgegeben von Guido Lucchini, 3 Bände, Roma: Salerno editrice [=Pubblicazioni del Centro Pio Rajna – Sez. I/1].

Ruggieri, Ruggero Maria (1969a): „Pio Rajna“ in: Grana, Gianni (Hrsg.): Letteratura Italiana. I critici, Band I, Milano: Marzorati, 543-564.

Ruggieri, Ruggero Maria (1969b): La Filologia Romanza in Italia. Capitoli di storia retrospettiva, Milano, Marzorati [=Sintesi 3].

Sanfilippo, Carla Maria (Hrsg.) (1979): Carteggio Rajna-Salvioni, Pisa: Pacini [=Biblioteca degli studi mediolatini e volgari. Nuova serie IV].

Sanfilippo, Carla Maria (1993): “Pio Rajna e l’’Atlante Linguistico Italiano’”, in: Abardo, Rudy (Hrsg.): Pio Rajna e le letterature neolatine. Atti del Convegno internazionale di studi. Sondrio, 24-25 settembre 1993, Firenze: Le lettere, 143-153.

Schulz-Buschhaus, Ulrich (2005 [1981]): „Rezension zu: Gerhard. R. Kaiser, ,Einführung in die vergleichende Literaturwissenschaft. Forschungsstand – Kritik – Aufgaben, Darmstadt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 1980“, in: Ertler, Klaus-Dieter / Helmich, Werner (Hrsg.): Das Rezensionswerk von Ulrich Schulz-Buschhaus. Eine Gesamtausgabe, Tübingen: narr, 242-248 [Original erschienen in: arcadia 16, 305-311].

Segre, Cesare (1998a): „Introduzione“, in: Rajna, Pio (1998): Scritti di filologia e linguistica italiana e romanza, a cura di Guido Lucchini, Bd. 1, Roma: Salerno editrice [=Pubblicazioni del Centro Pio Rajna – Sez. I/1*], xvii-xxiv.

Vandelli, Giuseppe (1911): „Bibliografia delle pubblicazioni di Pio Rajna dal 1867 al 1910”, in: Studi letterari e linguistici dedicati a Pio Rajna nel quarantesimo anno del suo insegnamento, Firenze: E. Ariani, xi-xxvi.

Vandelli Giuseppe (1932): „Pio Rajna, Commemorazione tenuta il 15 maggio 1931 da G.V. per iniziativa della Accademia degli Arcadi e della Società filologica romana nella sede dell’accademia”, in: Atti dell’Accademia degli Arcadi e scritti dei soci, Jg. XV, Bd. VII-VIII, 5-84

Die Webedition wurde unter Mitarbeit von Katrin Purgay erstellt.


[1] Auch wenn er ursprünglich Griechisch hätte unterrichten sollen: „[i]n origine l’incarico doveva essere di greco; cfr. la lettera dell’Ascoli, datata Aosta, 11 settembre 1873 […]“ (Lucchini 1995b: vii, Fußnote 32).

[2] Auch wenn diese sowohl in Schuchardts (vgl. Hurch 2009: 498) als auch in Rajnas Produktion eher nicht im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses stand.

[3] Vgl. Sanfilippo 1979, Brambilla 1993, Prencipe-Di Donna 1993, Marchi 1993, Lucchini 1995a, Mazzoni 1998c, Di Fonzo 1998b.

[4] „Im Zuge des 1. Weltkriegs vertritt Schuchardt stark nationalistische Positionen, trotz intensiver Diskussionen mit Weltkriegsgegnern wie Leo Spitzer legt er sich für das Manifest der 96 ins Zeug, und verdirbt damit den Boden einer gemeinsamen Diskussion auch mit liberaleren Fachvertretern im kriegsbeteiligten Ausland. Er selbst formuliert es als tiefe Enttäuschung durch den italienischen Irredentismus und den französischen, portugiesischen usw. Nationalismus. Er wendet sich immer mehr von romanistischen Themen ab und stellt zeitweise seine wissenschaftlichen Kontakte zu einzelnen Kollegen dieser Länder ein. Es gelang ihm kaum mehr, mit der resultierenden Isolation, die ja in diesen Jahren weit um sich griff, gänzlich fertig zu werden. Die Stärkung der Kontakte zu neutraleren Ländern wie der Schweiz prägte die Folgejahre.“ (Hurch, Bernhard (s.d.)).