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Grade

Die Korrespondenz zwischen Paul Grade und Hugo Schuchardt wurde von Verena Schwägerl-Melchior bearbeitet und kommentiert.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Schwägerl-Melchior, Verena (2015). 'Die Korrespondenz zwischen Paul Grade und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1622, abgerufen am 26.06.2019

Grade

Bedeutung

Der Jurist Paul Grade war zwischen 1885 und 1887 Sekretär und stellvertretender kaiserlicher Kommissar in Togo (Weber 2011: 128 Anm. 18, und Sebald 1987: 54 sowie 72-74).

Briefedition und Kommentare

Der im Nachlass Schuchardts vorliegende Brief Paul Grades vom 03.06.1892 steht in offenkundiger Verbindung zu Schuchardts Recherchen zur Lingua Franca.

Schuchardt recherchierte zunächst in den Jahren 1881-1883 intensiv zur „aus romanischem Wortstoff gebildete [n] Vermittlungssprache die im Mittelalter zwischen Romanen und Arabern, dann auch Türken aufkam und längs der ganzen Süd- und Ostküste des Mittelmeers verbreitet gewesen zu sein scheint“ (Schuchardt 1909: 441), um die Recherche zehn Jahre später noch einmal aufzunehmen. Erst 1909 fasste er schließlich das fast 20 bzw. 30 Jahre zuvor gesammelte Material in seinem bis heute grundlegenden Text zur Lingua franca (Schuchardt 1909 [HSA 588]) zusammen (vgl. zur Recherche zur Lingua Franca Melchior/Schwägerl-Melchior [zur Publikation angenommen]).

Der hier edierte Brief Paul Grades ist Teil der Antworten, die Schuchardt auf seine im Rahmen der zweiten größeren Recherche gestellten Anfragen in den Jahren 1891-1893 erhielt. Paul Grade war in Schuchardts Augen der „erste, der dem 'Negerenglisch an der Westküste von Afrika' (Anglia XIV [1892], 362-393)[1] eine aus wissenschaftlicher Teilnahme hervorgegangene und wissenschaftliche Zwecke verfolgende Darstellung hat zuteil werden lassen [...].“ (Schuchardt 1987: 5) Auch wenn Schuchardt an Grades Arbeit durchaus theoretische und empirische Mängel anmerkt (ebda.), hatte er sich vermutlich in der Hoffnung an ihn gewandt, er könne von Grade auch Informationen zur Lingua franca und deren geographischer Verbreitung erhalten.

Paul Grade kann diesem Ansuchen leider nicht entsprechen: Er gibt an, unter seinen Notizen nichts mehr zu finden und führt an, zwar auf einer Schiffsüberfahrt einmal Proben der Lingua Franca von einem französischen Gelehrten gezeigt bekommen zu haben, sich aber nicht dafür interessiert zu haben.

Bibliographie:

Grade, Paul. 1892. 'Das Negerenglisch an der Westküste von Afrika'. Anglia N.F. 2=14, 362-393.  

Melchior, Luca & Verena Schwägerl-Melchior (zur Publikation angenommen). 'Networks come categoria descrittiva nella storia della disciplina: esempi e prospettive'. Erscheint in: Tagungsband zum Dies Romanicus Turicensis 2015.

Schuchardt, Hugo. 1987. 'Kreolische Studien X: Über das Negerenglische in Westafrika'. In Anglia. Zeitschrift für englische Philologie 1/2: 1-27.

Schuchardt, Hugo. 1909. 'Die Lingua franca'. In Zeitschrift für romanische Philologie 33: 441-461.

Sebald, Peter. 1987. Togo 1884-1914. Eine Geschichte der deutschen „Musterkolonie“ auf der Grundlage amtlicher Quellen. Berlin: Akademie-Verlag.

Weber, Brigitte. 2011. 'Deutsch-Kamerun: Einblicke in die sprachliche Situation der Kolonie'. In Stolz, Thomas, Christina Vossmann & Barbara Dewein (eds.). Kolonialzeitliche Sprachforschung. Die Beschreibung afrikanischer und ozeanischer Sprachen zur Zeit der deutschen Kolonialherrschaft. Berlin: Akademie-Verlag, 111-137.



[1] Mit Weber (2011: 128-130) kann die von Grade behandelte Sprache mit dem Kameruner Pidgin-Englisch identifiziert werden.