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Theodor Gartner

Die Korrespondenz zwischen Theodor Gartner und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Hausmann, Frank-Rutger. 2018. 'Die Korrespondenz zwischen Theodor Gartner und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1553, abgerufen am 26.06.2019

Theodor Gartner

Bedeutung

Der Sohn eines k. k. Regierungsrats wurde in Wien geboren, studierte dort zunächst Physik und Chemie und wurde Realschulprofessor, zunächst in Ungarisch-Hradisch, wo er wegen seiner guten Fremdsprachenkenntnisse auch zum Französisch-Unterricht herangezogen wurde. Nach autodidaktischer Vorbereitung legte er auch für dieses Fach das Realschullehrer-Examen ab und lehrte Französisch am Gymnasium in Linz. Im Jahr 1878 kam er nach Wien, wo er Schüler Mussafias wurde (dieser nennt ihn in einem Brief an Schuchardt vom 30.11.1881 seinen „treuen Secretär“) und sich ganz der Romanischen Philologie verschrieb. 1885 wurde er als o. Professor für Romanische Philologie nach Czernowitz, 1899 nach Innsbruck berufen. Dort trat er 1911 in den Ruhestand. Zeitweise lebte er mit seiner Frau in Bozen, wo seine Tochter verheiratet war. Gartner gilt als einer der Begründer einer wissenschaftlichen „Rätoromanistik“.

Während von Gartner mit 221 Karten und Briefen (HSA 03348-03569) zwar auch nicht alle Teile dieser umfangreichen Korrespondenz erhalten sind, fehlen leider sämtliche Gegenstücke Schuchardts. Gartner ist einer der wichtigsten Gewährsleute Schuchardts für das Wiener-Deutsch wie für das Slavo-Deutsche überhaupt. Zudem hält er, solange er in Wien lebt, die Verbindung zwischen Schuchardt und Mussafia aufrecht, als dieser hinfällig wird. Gerne lässt er sich in fachlichen wie karrieremäßigen Fragen von Schuchardt beraten. In über vierzig Jahren bleibt Schuchardt für ihn eine verehrte und geschätzte Autorität und Auskunftsinstanz, der ihn auch in seiner akademischen Karriere unterstützt.


Bibliographie

Jakob Jud, Romania 51, 1925, 622f.;

Robert v. Planta, Annalas della Società Retoromantscha 41, 1927, S. 261-68;

Alwin Kuhn, NDB 6, 1964, S. 76 f.;

Walter N. Mair, „Hundert Jahre ,Raetoromanische Grammatik‘: Eine wissenschaftsgeschichtliche Studie zu Theodor Gartner“, Ladinia VII, 1983, 99-122;

Guntram Plangg, Akten der Theodor-Gartner-Tagung: (Rätoromanisch und Rumänisch) in Vill - Innsbruck 1985, Innsbruck: Inst. für Romanistik d. Leopold-Franzens-Univ., 1987 (Romanica Aenipontana; 14);

Helga Dorsch, „Die Volksliedsammlung von Theodor Gartner – Eine Dokumentation aus den Anfängen unseres Jahrhunderts. Volksmusik und Volkspoesie aus dem Gadertal“, Ladinia XXII, 1998, 261-324;

Das Volkslied in Österreich: Volkspoesie und Volksmusik der in Österreich lebenden Völker / von Walter Deutsch und Eva Maria Hois. Hrsg. vom K. K. Ministerium für Kultus und Unterricht, Wien, Wien / Köln / Weimar: Böhlau, 2004 (Corpus Musicae Popularis Austriacae; Sonderbd.);

Roberto Starec, „In Search of the ,Ladin Song‘: The Project Das Volkslied in Österreich in the Ladin Areas of Tyrol and East Friuli (1904-1914)“, Traditiones 34,1, 2005, 61-77;

Fabio Chiochetti con la collaborazione di Barbara Kostner, Il canto popolare ladino nell'inchiesta "Das Volkslied in Österreich" (1904 - 1915), Brescia: Istitut Cultural Ladin „Majon di Fascegn“, 2008;

Paul Videsott, „Jan Battista Alton und die Besetzung der Lehrkanzel in Innsbruck 1899. Quellen zur Geschichte der Romanistik an der Alma Mater Œnipontina“, Ladinia XXXII, 2008, 51-107;

Johannes Kramer, „Die Romanisten an der Franz-Josephs-Universität Czernowitz“, in: Victoria Popovici (Hrsg.), Gelebte Multikulturalität, Czernowitz und die Bukowina, Frankfurt, M. / Wien [u.a.], Lang, 2010, 87f.

Auskünfte von Herrn Dr. Hans-Herbert Gartner, Mainz (Enkel von Theodor Gartner).

Briefedition und Kommentare

Die Webedition wurde unter Mitarbeit von Katrin Purgay erstellt.