Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Friedrich Diez

Die Korrespondenz zwischen Friedrich Diez und Hugo Schuchardt wurde von Bernhard Hurch bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Hurch, Bernhard. 2013. 'Die Korrespondenz zwischen Friedrich Diez und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1394, abgerufen am 16.10.2019

Friedrich Diez

Bedeutung

Friedrich (Christian) Diez (1794-1876) war mit seinen beiden Opera magna und seinen Arbeiten zur mittelalterlichen Troubadourdichtung[1] einer der Begründer der wissenschaftlichen Romanistik. Ab seiner Habilitation (1822) und dann als Lehrstuhlinhaber war er insgesamt 54 Jahre, nämlich bis zu seinem Tode, an der Universität Bonn tätig. Er beeinflußte, ja er bestimmte die Frühphase des Faches und seine Professionalisierung auch dadurch, daß zahlreiche wichtige Figuren als Studenten direkt oder indirekt bei ihm ausgebildet wurden oder sich als seine Schüler fühlten; dazu zählte ein Großteil der jungen deutschsprachigen, aber auch einige der ausländischen Wissenschaftler, die in der Folgegeneration das Fach zu einer der führenden geisteswissenschaftlichen Disziplinen machten. Genannt seien lediglich Gaston Paris, Adolf Tobler und Hugo Schuchardt. Auch war sein Einfluß in der Phase der Institutionalisierung dadurch enorm, daß zahlreiche Universitäten bei der Besetzung von Lehrstühlen sich von Diez beraten ließen.

Nach dem dezidiert mediävistischen Beginn seiner Studien, die, wie auch von Diez immer wieder genannt, von einem Treffen mit Goethe (1818 in Jena) wichtige Impulse erhielten, der ihn aufgrund der damals bekannten Arbeiten von Raynouard auf die Troubadours verwies, begründen insbesondere zwei einflußreiche Arbeiten seinen Ruf: Die dreibändige Grammatik der romanischen Sprachen (1836-1838; zu Lebzeiten erschienen davon 4 z.T. überarbeitete Auflagen) und das zweibändige Etymologische Wörterbuch der romanischen Sprachen (1853; bis 1878 ebenfalls 4 Auflagen erschienen). Bei diesen Werken handelt es sich um die erste systematische Gegenüberstellung der romanischen Hauptsprachen (eingeschlossen das Provenzalische, aber noch blieben Rätoromanisch, Katalanisch, Sardisch u.a. weitgehend unberücksichtigt) nach Grundsätzen der historischen Grammatik der Tradition von Bopp und insbesondere Grimm. Den mediävistischen Studien blieb Diez zeitlebens treu. Sein Interesse für die romanischen Minderheitensprachen öffnete sich im Laufe seines Lebens zusehends.[2]

Im Gegensatz zu akademischen Lehrern im engeren Sinne brachte Diez den Studien Schuchardts, so schon seiner Dissertation, große Wertschätzung entgegen. Die hier angeführten Briefe drücken dieses eindeutig aus, vgl. aber auch die alleinstellende Erwähnung in der Einleitung zur 3. Auflage der Grammatik (s.u. Fußnote 4 zu Brief 02320). In seinem Weitblick unterschied sich Diez damit wesentlich von Friedrich Ritschl, dem zweiten Widmungsträger von Schuchardts Dissertation.[3]

Der vorliegende Briefwechsel ist kurz, doch in mancher Hinsicht instruktiv. Er dürfte vollständig sein, denn jeder Brief besitzt seinen Gegenbrief, und es gibt keinen Hinweis, daß ein Schreiben fehlt. Schuchardt war ein penibler Briefsammler, insbesondere wußte er natürlich um die Bedeutung von Diez, aber auch umgekehrt zeugt die Bewahrung der Schreiben Schuchardts durch Diez von Wertschätzung. Schuchardt kontaktiert Diez wegen der Dedizirung seiner Dissertation. Diez nimmt die Widmung nicht nur erfreut an, er beschäftigt sich mit der Arbeit und erkennt die darin liegende wegweisende Kraft. Daß es sich dabei nicht nur um epistolarische Freundlichkeit handelte, sondern daß er die Bedeutung der Schuchardtschen Wissenschaft zu schätzen gewußt hat, zeigt das schon erwähnte Vorwort zur 3. Auflage seiner romanischen Grammatik. Dort merkt er an:

Ich bedauere nur, daß ich, von der Kargheit der Zeit beengt, nicht allem dem, was geleistet worden, die gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden vermochte, daß ich manche treffliche Beobachtung, manchen zu Tage geförderten Schatz nur obenhin berühren konnte oder gar bei Seite legen mußte.

In einer Fußnote (p. iv) setzt er hinzu:

Dies gilt namentlich von Schuchardts bedeutendem Buche über den Vocalismus des Vulgärlateins, das ich nur wenig zu benutzen im Stande war. Umso mehr fühle ich mich veranlaßt, den Leser unmittelbar auf dasselbe als ein ergänzendes Werk hinzuweisen.

Diez erwähnt also einzig und explizit Schuchardts Dissertation als ein sein eigenes ergänzendes Werk. Das war eine Ehrerbietung, über die Schuchardt (s.u. Brief Nr. 10) noch gesondert sich bedankt.

Im Nachlaß Schuchardts findet sich ein Blatt (Nr. 2.1.1.1. bei Wolf 1993:620), das Fritz Neumann[4] Schuchardt mit folgendem handschriftlichen Vermerk schickt: "Anfang und Entwurf einer Recension Ihres 'Vocalismus des Vulgärlateins' von Fr. Diez. Dies Blatt lag in Diezens Exemplar Ihres Buches, das in meinen Besitz übergegangen. F. Nn." Wie Neumann zu dieser so konkreten Aussage über "Anfang und Entwurf" kommt, ist nicht nachvollziehbar. Der obere Teil des Blattes enthält lediglich einige Quellenvergleiche, insbesondere einiger Wörter, die bei Schuchardt und bei Diez angeführt sind; die zwei Sätze im unteren Teil gehen über die wohlmeinenden Anmerkungen, die Diez in die Neuauflage seiner Grammatik einbaut, nicht hinaus.

Insgesamt fügt sich Schuchardt in die Rolle des Schülers, wendet sich an ihn um Rat aus Rom, bezüglich inhaltlicher Ausrichtungen, Materialsuche und Literatur (wie zum Rätoromanischen), bezüglich Berufswünschen, Habilitation usw. Das sind auch die Quellen, aus denen wir ein wenig mehr über Schuchardt erfahren, so zum Beispiel über seinen römischen Aufenthalt. Wenn Schuchardt Diez in diesem Schreiben aus Ariccia bei Rom vom 20. Juli 1868 sein Leid über die von seinem Vater gewünschte Rückkehr und Habilitation klagt, so tut er dies sicher auch mit dem Hintergedanken, eine Antwort zu bekommen, wie die, die er von Diez im Antwortbrief dann tatsächlich erhalten hat, um mit seinem Vater zu verhandeln: "Daß Sie sich mit der römischen Mundart beschäftigen ist recht erfreulich. Eine Arbeit darüber, die sich den ähnlichen Monographien von Wentrup oder unseres Delius (über Sardisch) anschließen würde, wäre sehr geeignet, Ihre Absichten zu unterstützen." Schließlich bleibt Schuchardt ja auch noch den Winter 1868/69 in Italien.

Der Schüler behauptet aber gegenüber seinem Lehrer auch die wissenschaftlichen Neuerungen. Seine Sprachwissenschaft sucht – aufbauend auf immer stärker sich durchsetzenden Humboldt'schen Gedanken – neue Wege, letztlich arbeitet Schuchardt auch an der Überwindung des romantischen Histori­zismus von Diez, doch vertraut er vollkommen auf dessen wissenschaftliches Ethos, wenn er in Brief 3 (vom 14. März 1866) schreibt:

[…] weil ich hier und da auch Ihnen gegenüber abweichende Ansichten geltend zu machen gewagt habe. Da Sie Selbst mich auf den Weg der Forschung führten, so werden Sie es gewiß auch nur als eine natürliche Konsequenz, nicht als Anmaßung und Ueberhebung betrachten, wenn ich mit einem selbstständigen Urtheil hervortrete.

In der Tat reagiert Diez im folgenden Brief 4 (vom 21. April 1866) erwartungsgemäß:

Was Ihre von den meinigen abweichenden durch selbständige Studien gewonnenen Ansichten betrifft, so versteht es sich, daß die Wissenschaft frei sein muß. Sie thun mir gegenüber nur das, was ich andern gegenüber gethan habe und fortwährend thue, und was ich auch Ihnen gegenüber thun würde und müßte, wenn ich noch einmal dazu kommen sollte, eine neue Ausgabe meiner Grammatik zu unternehmen.

Schuchardt zählt ganz deutlich auf Diezens Hilfe bei der Stellensuche, und zwar nicht nur auf dessen Rat, sondern auch auf dessen Intervention. Er schien selbst in diesen ersten Jahren nach der Dissertation zuerst keinen besonderen Drang nach einem festen Beschäftigungsverhältnis zu verspüren. Seine Studien waren, wie er in den frühen Briefen erwähnt, zu Beginn nicht im engeren Sinne romanistisch. Der familiäre Wohlstand erlaubte ihm längere Studienaufenthalte im romanischen Ausland. So verbrachte er die Zeit von Mai 1867 bis Ende des gleichen Jahres zuerst in Genf und danach bis April 1869 in Rom, also insgesamt nahezu 2 Jahre. Diese Zeit hat er offenbar ausgiebigst für die Umorientierung und Verstärkung seiner romanistischen Kenntnisse genutzt. Zum Zeitpunkt der Rückkehr aus Rom war er außerdem gerade erst 27 Jahre alt.

Schuchardt hat zu Diez Vertrauen gehabt, jedenfalls bezieht er ihn in seine Stellensuche ein, fragt nach Rat bezüglich möglicher Habilitationsorte und erbittet von ihm relativ direkt Unterstützung, "ein Fürwort" (Brief Nr. 12), für eine Professur in Straßburg. Mit entsprechender Offenheit setzt ihm Diez dagegen auseinander, daß er Straßburg nicht für den für ihn geeigneten Ort hält, für politisch problematisch, und Schuchardt sich doch eher nach Leipzig orientieren solle (Brief 13).

Interessanterweise beklagt sich Schuchardt in jenem gleichen Schreiben vom 1. März 1871 über den Mangel an geeigneten Publikationsorganen und ein­schlägigen Verlagen. Damit berührt er ein zentrales Thema des vorliegenden Briefprojektes. Es geht zwar aus dem Brief, nicht aber aus seinem unmittelbaren Kontext hervor, ob er diese Klage ernst meint, oder ob er damit gewissermaßen über seine bis dato nicht sehr umfangreiche Veröffentlichungstätigkeit hinwegtäuschen wollte. Jedenfalls zeigt diese Feststellung, daß Fragen von Institutionalisierung des Faches und publizistischer Infrastruktur durchaus als zusammenhängende wahrgenommen wurden.

Mit den Namen Diez und Schuchardt ist auch der Streit um die Diezstiftung verbunden. Dieses durchaus aussagekräftige Kapitel der Romanistikgeschichte wurde von Storost (1989, 1990, 1992, 1994) in mehreren Veröffentlichungen aufgearbeitet. Auf ihn wird hier daher verwiesen. Emblematisch ist dieser Streit für Fragen von nationaler Organisation versus Internationalisierung eines wissen­schaftlichen Faches in einer Zeit, in der Waren und und ihre Distributions­mechanismen staatliche Grenzen notwendig als obsolet erscheinen lassen.

Vgl. auch den Eintrag zu Diez im Romanistenlexikon.

Briefedition und Kommentare

Die sieben Briefe von Diez an Schuchardt sind im Nachlaß Hugo Schuchardt der Abteilung Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Graz archiviert. Sie tragen dort die Inventarnummern 02319 bis 02325. Diese Numerierung wurde hier beibehalten und durch eine davorgestellte laufende Nummer, die lediglich die Chronologie des gesamten Briefwechsels abbildet, ergänzt. Der Briefwechsel fand ja noch zu Schuchardts Gothaer Zeit statt; er erkannte, wie auch bei einigen anderen Korrespondenzen, die Bedeutung und hat diese Briefe nach Graz mitübersiedelt. Die Schreiben von Diez wurden schon relativ bald nach Schuchardts Tod von Karl (1934) ediert. Für die gegenwärtige Veröffentlichung mußten sie aber neu bearbeitet werden, denn die von Karl gegebene Version ist leider zum Teil mangelhaft. Gleiches gilt für den Karlschen Anmerkungsapparat.

Unveröffentlicht sind bislang hingegen die Briefe Schuchardts an Diez. Diese werden in der Universitätsbibliothek Bonn aufbewahrt. Die dortige Inventarnummer lautet: t00862923. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die einzelnen Schriftstücke aus der Bonner Bibliothek mit einer weitern Zahl versehen, also t00862923.1 bis t00862923.6. Die Briefe wurden hier in die chronologische Abfolge der Gesamtkorrespondenz geschachtelt und erhalten im Verbund mit den Gegenbriefen eine laufende Nummer vorangestellt. Daraus setzen sich die beiden Elemente der Numerierung in den Köpfen zu den einzelnen Briefen zusammen.

Wir sind den beiden Universitätsbibliotheken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dankbar.

Die Textabschrift erfolgt treu dem Original. Inkonsistenzen in den Schreibungen wurden beibehalten. Diese waren aber relativ marginal (so die ss vs. ß-Schrei­bungen bei Schuchardt).

Die Abkürzungen HS und FD beziehen sich natürlich auf die beiden Korrespondenzpartner. Der Seitenumbruch wurde zwischen geraden Strichen |…| markiert. Die Interpunktion wurde unkorrigiert beibehalten.

Dank an Thomas Schwaiger, der zu einem früheren Zeitpunkt im Rahmen des Projekts am Institut für Sprachwissenschaft die Erstbearbeitung der Briefe von Diez an Schuchardt anhand der schon vorhandenen Edition von Karl (1934) vorgenommen hat. Die Hand der Erstabschrift der Gegenbriefe Schuchardts konnte nicht mehr eruiert werden, wahrscheinlich waren mehrere Hände beteiligt. Endkorrekturen, Einleitung und Fußnotenkommentare stammen vom Heraus­geber.


Literatur:

Böttiger, Carl Wilhelm (1853). Rhetoromanska sprakets dialekter. Upsala: Wahlström.

Delius, Nikolaus (1868). Der sardinische Dialekt des 13. Jahrhunderts. [=Commentatio de dialecto Sarda saec. XIII]. Bonnae: Georgi.

Diez, Friedrich (1826). Die Poesie der Troubadours. Nach gedruckten und hand­schriftlichen Werken derselben dargestellt. Zwickau: Gebrüder Schumann.

Diez, Friedrich (1836-1838). Grammatik der romanischen Sprachen. 3 Bände. Bonn: Weber.

Diez, Friedrich (1853). Etymologisches Wörterbuch der romanischen Sprachen. 2 Bände. Bonn: Marcus.

Hurch, Bernhard (2009). Die Korrespondenz zwischen Friedrich W. Ritschl und Hugo Schuchardt. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007–), Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/korrespondenz/
briefe/korrespondenzpartner/1147 [12.03.2015].

Karl, Ludwig (1934). Briefe von Friedrich Diez an Hugo Schuchardt 1866-1871. Archivum Romanicum XVII/2, 2-7.

Muratori, Ludovico Antonio (Hg.) (1728). Rerum Italicarum Scriptores ab anno aerae Christianae 500 ad 1500: … T. XII. Mediolani [Mailand]: Societas Palatinae.

Muratori, Ludovico Antonio (Hg.) (1740). Antiquitates Italicae Medii Aevi, Sive Dissertationes de Moribus, Ritibus, Religione, Regimine, Magistratibus, Legibus … Tomus Tertius. Mediolani [Mailand]: Typographia Societatis Palatinae.

Schneller, Christian (1870). Die romanischen Volksmundarten in Südtirol. Nach ihrem Zusammenhange mit den romanischen und germanischen Sprachen etymologisch und grammatikalisch dargestellt. Gotha: Amthor.

Schuchardt, Hugo (1864). De sermonis Romani plebei vocalibus. Dissertation philologica, Bonnae (HSA 001).

Schuchardt, Hugo (1866). Der Vokalismus des Vulgärlateins I. Leipzig: Teubner (HSA 002a).

Schuchardt, Hugo (1867). Der Vokalismus des Vulgärlateins II. Leipzig: Teubner (HSA 002b).

Schuchardt, Hugo (1868). Der Vokalismus des Vulgärlateins III. Leipzig: Teubner (HSA 002c).

Schuchardt, Hugo (1870). Über einige Fälle bedingten Lautwandels im Churwälschen. Habilitationsschrift. Gotha: Perthes (HSA 005).

Schuchardt, Hugo (1900). Über die Klassifikation der romanischen Mundarten. Graz: Selbstverlag (HSA 352).

Stengel, Edmund (1868). Vocalismus des lateinischen Elementes in den wichtigsten romanischen Dialecten von Graubünden und Tyrol. Bonn: Weber.

Storost, Jürgen (1989). Die Diez-Stiftung. I. Zur Gründungsgeschichte. Beiträge zur Romanischen Philologie, 28/2, 301-316.

Storost, Jürgen (1990). Die Diez-Stiftung. II. Zur Wirkungsgeschichte. Beiträge zur Romanischen Philologie, 29/1, 117-133.

Storost, Jürgen (1992). Hugo Schuchardt und die Gründungsphase der Diezstiftung. Stimmen in Briefen. Bonn: Romanistischer Verlag.

Storost, Jürgen (1994). Noch einmal: Zur Diez-Stiftung. Romanistisches Jahrbuch, 45, 74-84.

Tobler, Adolf (1882). Drei Briefe von Jacob Grimm an Friedrich Diez. Zeitschrift für romanische Philologie 6, 501-505.

Tobler, Adolf (1883) Briefe von Friedrich Diez an Jakob Grimm. Zeitschrift für romanische Philologie 7, 481-493.

Wentrup, Friedrich (1855). Beiträge zur Kenntnis der Neapolitanischen Mundart. Wittenberg: Zimmermann.


[1] Vgl. den stark von der Romantik beeinflußten Band Poesie der Troubadours (Diez 1826). Vgl. aber auch seine Arbeiten zum spanischen und zum portugiesischen Mittelalter. Wie sehr Diez einer anderen Generation angehörte, bzw. wie weit seine Wurzeln zeitlich zurückreichen, zeigt der Umstand, daß er dieses Buch August Wilhelm von Schlegel widmet, dem "gelehrten und geistvollen Beurtheiler der Sprache und Litteratur der Provenzalen"; Schlegels Buch war ja beim Erscheinen des genannten Werks von Diez gerade erst acht Jahre alt. Die Korrespondenz von Diez mit Jakob Grimm wurde schon in den 1880er Jahren publiziert (Tobler 1882, 1883).

[2] Davon geben unter anderem auch die hier vorliegenden Briefe Zeugnis.

[3] Vgl. dazu die wenigen Briefe Ritschls an Schuchardt, bzw. ein unadressiertes Schreiben (Nr. 09671), das ebenfalls dort aufgenommen wurde. Letzteres trägt den Vermerk von Schuchardts Hand: "Beilage eines Briefes von Teubner wahrscheinlich von Ritschl". In diesem letzteren übt Ritschl unverholen negative Kritik, vor allem auch in eitler Verletztheit, selbst von Schuchardt nicht ausreichend gewürdigt worden zu sein. In dem genannten unadressierten Schreiben, dessen Zweck eine Stellungnahme für den Verlag gewesen sein dürfte, formuliert Ritschl auch offen Einwände wie mangelnde Fähigkeit im Umgang mit Manuskripten, unsaubere philologische Arbeit usw., was rückblickend eher von einem bezeichnenderweise fragwürdigen Verständnis und insbesondere von der damals verbreiteten Ablehnung der Zentrierung auf vulgärlateinische Quellen durch Altphilologen zeugt. Diese Schreiben aus dem Nachlaß sind im Hugo Schuchardt Archiv online veröffentlicht (Hurch 2009).

[4] Fritz Neumann (1854-1934) war Romanist, insbesondere Französist. Als akademischer Lehrer (Heidelberg) war er äußerst erfolgreich und zudem über lange Jahre Herausgeber der Zeitschrift Literaturblatt für germanische und romanische Philologie; in dieser Funktion kam es zu einem umfangreichen Briefwechsel mit Schuchardt.



Fehler - Hugo Schuchardt Archiv
Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.