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Louis L. Bonaparte

Die Korrespondenz zwischen Louis Lucien Bonaparte und Hugo Schuchardt wurde von Johannes Kabatek und Bernhard Hurch bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Kabatek, Johannes & Bernhard Hurch. 2016. 'Die Korrespondenz zwischen Louis Lucien Bonaparte und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1171, abgerufen am 10.04.2020

Louis L. Bonaparte

Bedeutung

Louis Lucien Bonaparte wurde am 4. Jänner 1813 in England geboren. Sein Vater Lucien war der Bruder des Kaisers Napoleon Bonaparte, mit dem er sich allerdings zerstritten hatte, weshalb er sich für kurze Zeit im Exil befand; danach siedelte die ganze Familie zurück nach Italien. Dort absolvierte Louis Lucien Bonaparte zuerst eine Ausbildung in Chemie und Mineralogie bevor er eine intensive Beschäftigung mit modernen Sprachen begann. Nach kurzen politischen Zwischenspielen während der zweiten französischen Republik erlaubte ihm sein Cousin Napoleon III. während des zweiten Kaiserreiches die Titel „Prinz“ und „Hoheit“ zu führen. Er kehrte jedoch nicht nach Frankreich zurück sondern lebte ab den 1850er Jahren in London, wo er anfing, zahlreiche Schriften zu verschiedensten Sprachen zu sammeln. Er befasste sich mit verschiedenen romanischen Sprachen und Dialekten, insbesondere jedoch mit dem Baskischen. Sein Aufenthalt in Sara (Lapurdi, Iparralde) hatte vermutlich mit seinem Freund Gladstone und in der Folge mit dessen Freund Wentworth Webster zu tun, der in Sara lebte.

Aus seiner Feder stammen die frühen systematischen (mittlerweile auch verschiedentlich korrigierten) Dialektuntersuchungen zum Baskischen, so auch die erste Dialektkarte. Bemerkenswert sind auch seine Studien zur Verbkonjugation. Nach finanziellen Engpässen nach dem Fall des zweiten Kaiserreiches in Frankreich bekam er schließlich in England eine Pension zugesprochen. Trotzdem konnte er sich seinen Druck- und Verlagsgeschäften nicht mehr in früherem Ausmaß widmen. Obwohl Wissenschaftler aus Leidenschaft begegnet auch in seinen Briefen häufig die Klage, er hätte sein Vermögen wie auch seine Jugend und seine Gesundheit seinen Werken geopfert. Louis Lucien Bonaparte starb am 3. November 1891 in England.

Die Rezeption Bonapartes ist im Baskenland so stark wie sonst nirgends. So entstand in den frühen 90er Jahren unter Federführung von Euskaltzaindia eine 4 bändige Ausgabe seiner Opera Omnia Vasconica und danach eine 24-bändige Ausgabe seiner nachgelassenen Manuskripte (hg. von Rosa Miren Pagola).

Im Jahre 1909 veröffentlicht Schuchardt 5 der hier folgenden 11 Briefe in einer Veröffentlichung in der Revista Internacional de Estudios Vascos Jg. 3, S. 133-139 mit teilweise ausführlicher Kommentierung. Zusätzlich führt Schuchardt dort ein Dankeskärtchen von Bonaparte an, das im Nachlaß nicht erhalten ist.

Der schriftliche Nachlaß von Bonaparte, auf dem die große Edition basiert, wurde von den baskischen Provinzbibliotheken erworben und liegt teils in Donostia - San Sebastián (Koldo Mitxelena), teils in Bilbo - Bilbao (Biblioteca Foral de Bizkaia) und teils in Iruñea - Pamplona (Archivo Real y General de Navarra). Nach Auskunft von Rosa Miren Pagola, der an dieser Stelle freundlich gedankt wird, gibt es aber in keinem der Nachlaßteile Hinweise auf Gegenbriefe von Schuchardt an Bonaparte.

Das Fehlen der Gegenbriefe ist insofern bedauerlich, als es in den frühen 1880-er Jahren, trotz eines grundsätzlich sehr höflichen Umgangs, zu einer durchaus harschen Auseinandersetzung kommt, in der Schuchardt (1884) in einer Schrift, die weit über das hinausgeht, was man als Rezension bezeichnen würde, Bonaparte sehr direkt Versäumnisse verschiedener Art (methodisch, kenntnismäßig, wissenschaftlicher Umgang) vorhält. Die Auseinandersetzung bezieht sich aber noch auf frühere Interessen, insbesondere italienische Dialekte und Fragen der Keltologie. In der baskischen Zeit Schuchardts geht der Briefwechsel, vielleicht auch wegen Bonapartes Alter, zurück.

Für eine finale Korrektur der Abschrift sei Maria Jose Kerejeta gedankt.

Briefedition und Kommentare


Bibliographie

   

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Die Webedition wurde unter Mitarbeit von Magdalena Rattey erstellt.