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Carlo Battisti

Die Korrespondenz zwischen Carlo Battisti und Hugo Schuchardt wurde von Luca Melchior bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Melchior, Luca. 2011. 'Die Korrespondenz zwischen Carlo Battisti und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1096, abgerufen am 28.03.2020

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Carlo Battisti

Bedeutung

Nach dem Abitur an einem altsprachlichen Gymnasium seiner Heimatstadt Trient studierte Carlo Battisti, Sohn eines Schuldirektors und einer Lehrerin, Philologie in Wien, wo er unter anderem die Kurse von Paul Kretschmer, Richard Heinzl, Jacob Minor, Adolf Mussafia und Karl von Ettmayer besuchte. Den Doktorgrad erlangte er bei seinem Ziehvater Wilhelm Meyer-Lübke mit einer Arbeit über die Dialektübersetzung der Catinia von Sicco Polenton. In Wien nahm er am dortigen regen wissenschaftlichen Leben teil und verkehrte in den Zirkeln um Elise Richter. Mit dem Beitrag „La vocale A tonica nel Ladino centrale“ begann er 1906 seine Mitarbeit beim neu gegründeten Archivio per l’Alto Adige (vgl. Battisti, Carlo: „La vocale A tonica nel Ladino centrale“, in: Archivio per l’Alto Adige con Ampezzo e Livinallongo 1 (1906), 160-194 und 2 (1907), 18-69), dessen Herausgeberschaft er nach dem Zweiten Weltkrieg vom Begründer, dem (früheren) Irredentisten und Faschisten Ettore Tolomei, übernahm. 1908 veröffentlichte er Die Nonsberger Mundart. Lautlehre [Wien, =Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-Historische Klasse. 160. Band, 3. Abhandlung] und erlangte damit die venia legendi. Er arbeitete zuerst als Bibliothekar an der Wiener Universität und beschäftigte sich weiter mit dem Studium der italienischen Mundarten, zu denen er mehrere Werke publizierte. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges hinderte ihn daran, die Stelle als Außerordentlicher Professor für Italienische Sprache und Literatur an der Universität Wien zu übernehmen. Nach dem Krieg, in dem Battisti an der Ostfront in Russland kämpfte und schon 1914 gefangen genommen wurde, arbeitete er zunächst als Bibliothekar an der Biblioteca nazionale (ehemalige Landesbibliothek) in Görz, für deren Wiederaufbau er verantwortlich zeichnete, und gründete dort die Zeitschrift Studi Goriziani. 1925 trat er die Nachfolge Ernesto Parodis als Professor für romanische Linguistik an der Florentiner Universität an. In Florenz blieb er bis zu seinem Tod.

Die linguistischen Interessen von Carlo Battisti sind breit gefächert, von der Etruskologie zum Vulgärlatein, von der allgemeinen Phonetik zur Etymologie – mit Giovanni Alessio ist er Autor eines Dizionario etimologico italiano (Florenz 1950-57) – und zur Dialektologie und Substratforschung. Seine Hauptforschungsgebiete sind aber die lokale Toponomastik – vor allem des Trentins und des Südtirols (er gründete das Dizionario Toponomastico Atesino sowie das Dizionario Toponomastico Trentino und den Atlante Toponomastico della Venezia Tridentina) – sowie die Untersuchung der norditalienischen Dialekten und Varietäten, insbesondere der Dialekten und Varietäten des Trentins und des Südtirols (vgl. Popoli e lingue nell’Alto Adige, Florenz 1931). Als einer der anerkanntesten Experten des norditalienischen Sprachraums bestritt er Theodor Gartners Vorstellung einer einheitlichen rätoromanischen Gruppe (vgl. vor allem La storia della "questione ladina", Florenz 1937). Seine Thesen gründen auf dialektologische, aber vor allem auf historische Belege – er zweifelt daran, dass reger Austausch und Kommunikation zwischen den drei rätoromanischen Gebieten möglich gewesen sei.

Vgl. auch den Eintrag zu Carlo Battisti im Romanistenlexikon.

Informationen

Der einzige Brief Battistis stammt aus dem Jahr 1907, als Battisti an der Wiener Universitätsbibliothek arbeitete. Es handelt sich um eine Antwort auf Schuchardts Nachfrage zum Thema adumbatten ‚gratis‘, ‚frustra‘ im Ladinischen, Informationen, die Schuchardt in seinem „Rom. ‚umsonst‘ aus arab. bāṭil“, in: Zeitschrift für romanische Philologie 32 (4) (1908), 465-472, verwenden wird. In diesem Beitrag nennt ihn Schuchardt “[d]er jüngste und gründliche Durchforscher des Zentralladinischen“ (a.a.O., 467). Der Brief ist nur mit dem Nachnamen unterzeichnet. Es sind keine weiteren Briefe bekannt.

Gegenbriefe

Der Nachlass von Carlo Battisti ist in der Biblioteca umanistica der Universität Florenz aufbewahrt. Dort befindet sich jedoch nicht seine Korrespondenz.

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