Gottfried Baist

Die Korrespondenz zwischen Gottfried Baist und Hugo Schuchardt wurde von Frank-Rutger Hausmann bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Webedition wurde von Verena Schwägerl-Melchior erstellt.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Hausmann, Frank-Rutger. 2016. 'Die Korrespondenz zwischen Gottfried Baist und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1072, abgerufen am 18.08.2017

Gottfried Baist

Bedeutung

Gottfried Konrad Baist (28.2.1853 Ulfa [Nidda] Wetterau – 22.10.1920 Freiburg i. Br.) studierte ab 1871 Romanistik, Geschichte und Germanistik in Gießen und München. 1880 wurde er von Karl Vollmöller in Erlangen promoviert, trat 1884 in den Dienst der dortigen Universitätsbibliothek und wurde 1890, wieder von Vollmöller betreut, in Erlangen habilitiert. 1891 erreichte ihn ein Ruf nach Freiburg i. Br., wo er der zweite Romanist nach dem nach Heidelberg gewechselten Fritz Neumann wurde. Seine Arbeiten teilen sich in textkritisch-literaturgeschichtliche u. etymologisch-sprachgeschichtliche. Er machte sich insbesondere als Hispanist einen Namen. So ist er Verfasser der spanischen Literaturgeschichte in Gröbers Grundriss und Mitherausgeber der von Vollmöller verantworteten Kritischen Jahresberichte über die Fortschritte der Romanischen Philologie (1, 1892 – 13, 1915), in denen er auch den Teil „Spanische Sprache und Literatur” bzw. „Spanische Sprache” redigierte (1, 1892 – 8, 1906). Auch in den von Vollmöller begründeten Romanischen Forschungen hat er häufig publiziert.

Lit.: Baist hat ca. 50 Beiträge zu einzelnen Etymologien verfasst, vgl. Pharie S. David, „Gottfried Baist as Etymologist“, ZrP 96, 1980, 92-107 (am Schluss findet sich eine genaue Bibl. u. ein Verzeichnis der Wörter und Begriffe, deren Etymologie untersucht wird); zu Leben und Werk Baists vgl. Friedrich Schürr, „Nekrolog”, ZrP 46, 1926, 129-134, sowie Ernst Robert Curtius, Gesammelte Aufsätze zur Romanischen Philologie, Bern-München 1960, 441-444.

Vgl. auch den Eintrag zu Gottfried Baist im Romanistenlexikon.

Briefedition und Kommentare

Die Korrespondenz von Gottfried K. Baist  mit Hugo Schuchardt (Bibliotheksnummern 00454 bis 00466) stammt aus der Zeit zwischen 1879 und 1905. Die Briefe und Postkarten verteilen sich chronologisch folgendermaßen:

o. D.  1 Postkarte [7.7.(1882)], 2 Briefe [vermutlich 1882; die richtige Reihenfolge  ist wohl 00455, 00456, 00454]

1879  1 Brief, 1 Postkarte

1891  1 Postkarte

1893   1 Brief

1894   1 Postkarte

1898   1 Postkarte

1900   2 Postkarten

1905   1 Postkarte 

Baist, zu diesem Zeitpunkt noch Doktorand, wurde von Vollmöller gebeten, Schuchardt bei einer geplanten Spanienreise im Jahr 1879 zu beraten. Zu einem wissenschaftlichen Austausch zwischen beiden kam es erst, als Baist 1891 nach Freiburg i. Br. berufen wurde. Warum aus der Zeit nach 1905 keine Korrespondenz überliefert ist, ließ sich nicht ermitteln, denn beide Korrespondenten setzten sich noch 1909 wissenschaftlich auseinander, vgl. Schuchardt, „Span. vega; nava“, ZrP 33, 1909, 462-468, bes. 464. Es fällt auf, dass Baist, im Unterschied zu anderen Korrespondenten, schon früh Schuchardt von Gleich zu Gleich schreibt. Mehrere der in den hier publizierten Briefen vorgetragenen Etymologien finden sich nicht in den gedruckten Artikeln und sind daher interessante Beiträge zur Geschichte der romanischen Sprachwissenschaft.

Ein Nachlass Baist ist nicht erhalten, somit auch keine Gegenstücke Schuchardts. Baist Schwester Thekla vermachte jedoch einen Teil seiner hispanistischen Bibliothek der UB Freiburg i. Br., die wichtige Titel digitalisiert hat. – Baists Orthographie ist eigenwillig.