Charles Baissac

Die Korrespondenz zwischen Charles Baissac und Hugo Schuchardt wurde von Elisabeth Steiner bearbeitet, kommentiert und eingeleitet.

Die Edition bzw. einzelne Briefe sind zu zitieren als:

Steiner, Elisabeth. 2009. 'Die Korrespondenz zwischen Charles Baissac und Hugo Schuchardt'. In Bernhard Hurch (Hg.) (2007-). Hugo Schuchardt Archiv. Webedition verfügbar unter: http://schuchardt.uni-graz.at/id/letters/1069, abgerufen am 24.06.2017

Eine ausführlich kommentierte Printveröffentlichung findet sich in Steiner (2010).

Charles Baissac

Bedeutung

Charles Basile Baissac wurde am 13. September 1831 in Port Louis auf Mauritius geboren. Sein Vater war Apotheker und wollte, dass sein Sohn Mediziner wird. Bereits mit 12 Jahren beginnt Charles seine Ausbildung am Collège Henri IV in Paris, danach soll er seine medizinischen Studien aufnehmen. Doch die Anwesenheit bei einer Operation zerstört die Hoffnungen seines Vaters, der Sohn ist nicht geeignet sich der Chirurgie zu widmen. Stattdessen absolviert er eine klassische Ausbildung und interessiert sich besonders für Literatur. Die Gewohnheit für Zeitschriften zu schreiben setzt er auch nach seiner Rückkehr nach Mauritius 1854 fort, gleichzeitig gibt er auch Französischunterricht in Familien und Privatschulen. Ab 1870 wird er Professor für Französisch am Collège Royal und kann sich nun verstärkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmen. Dabei befasst er sich auch mit kreolischen Erzählungen (Récits Créoles 1884) und Folklore (Le Folk-lore de l’île-Maurice 1888) und schreibt eine Grammatik des Patois Créole Mauricien (1880).

Baissac stirbt am 3. Dezember 1892 auf Mauritius, nachdem ein Zyklon sein gesamtes Hab und Gut und seine Dokumente vernichtet hat. Diesen weiteren Schicksalsschlag nach dem Verlust seines Sohnes und seiner Frau kann er nicht mehr verkraften (vgl. Le Blanc 1893). Charles Baissac hat ein für Mauritius bedeutendes literarisches Werk hinterlassen und auch die erste vollständige Beschreibung des Kreol. Obwohl sprachlich und literarisch gebildet besaß er keine linguistische Ausbildung und hatte an allgemeinen linguistischen Fragestellungen über das Mauricien hinaus kaum Interesse. Da er auch kein Deutsch lesen konnte, blieben ihm die meisten Werke von Schuchardt (z.B. die Kreolischen Studien) unbekannt.

Siehe auch: Steiner, Elisabeth (2009). Die Kreolsprache von Mauritius im Forschungskontext des 19. Jahrhunderts im Vergleich zu heute. Universität Graz, Diplomarbeit.