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Brief (098-01135)

Leitmeritz, 6. Juni 1885

Verehrter Freund!

Ich danke vielmals für die Liebenswürdigkeit, mit der Sie mir entgegenkommen. Mit der Druckerei ist es schwer sich auseinanderzusetzen, da der Besitzer der Reichstagsabg. Dr. Pickert (dessen Schüler Dr. Knotz ist) sein Geschäft vor allem für Politica, Manifeste etc. verwendet und der Setzer, welchem mein Vocabular1 zugetheilt ist, wohl als ein sehr tüchtiger Arbeiter aber auch mitunter, wie in diesen Tagen, sich als ein gehöriger Quartalsäufer entpuppt. Hoffentlich wird er heute den Capitalrausch (á la russisch. Sapoi) ausgeschlafen haben.

Mir stieg die Röthe ins Gesicht, als ich bemerkte, dass ich in der That gar nicht daran gedacht habe, die Interpunctionen etc. sicher zustellen. Wenn für die ertsen Paginas es auch vielleicht zu spät kommt, so habe ich mich für das weitere für folgendes Schema entschlossen

CHAMPURRÁDO el (tag.), chocolate cocido con arroz y leche. (Pardo de Tavera)

Ferner: Indios, Manobos, Pampangos

dagegen: (esp. fil.), (tag.),

nur bei (P.) (Pidgeon-Spanisch, Spanisch der niederen Classen) bleibe ich bei einem großen Buchstaben in der Klammer.

Sie schrieben mir nichts über P. Barranera2, hat er sie seinerzeit von Mindanao aus schon bedient.

Herzliche Grüße von Ihrem ganz ergebenen
F. Blumentritt


[1] Blumentritt, Ferdinand (1885). Ergänzungen zum Vocabular einzelner Ausdrücke und Redensarten, welche dem Spanischen der philippinischen Inseln eigenthümlich sind. Dieser zweite Teil enthält eine äußerst umfangreiche, thematisch geordnete Bibliographie zu den Philippinen, mit über 500 Einträgen. Die Arbeit ist Pardo de Tavera gewidmet.

[2] Francisco Xavier Baranera (s. Briefe Nr. 1067 und 1133).