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Postkarte (096-01133)

Leitmeritz, 27.V.1885

1Muy amigo mio: Der P. Francisco Javier Baranero2 ist allerdings mit jenem Missionar identisch, dessen Adresse ich Ihnen seiner Zeit mitgetheilt habe. Ich habe ihm noch nicht geschrieben, da er vor Mitte Juni nicht in Barcelona anlangen kann ----

Ist die Bezeichnung "Tschetscherln"3 für "Kieferzapfen" steyrisch? ein Freund von mir, der zwar ein gebürtiger Gratzer aber vom 10. Jahr in der ganzen Monarchie herumgerüttelt wurde, hat diesen Ausdruck bei seiner Anwesenheit zu Pfingsten hier gebraucht, ohne sich bewusst zu sein, wo er ihn aufgeklaubt hätte. Es erinnert das an das im Brünner? oder Prager? Deutsche übliche "Schischkerlen" (so werden in Prag auch die zum Mästen der Gänse gebrauchten Mehlnudeln genannt.) 4

Herzliche Grüße!
F. Blumentritt


[1] Von Schuchardt auf der Karte vermerkt: B2.

[2] Francisco Xavier Baranera (s. Brief Nr. 1067).

[3] Wird von Schuchardt (1886: 340) erwähnt.

[4] S. Schuchardt (1884: 64). Tschech. šiška „Zapfen“, aber auch „Wecken, Nudel“.