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Brief (23-01343)

Wer lange lebt sieht vieles auseinanderfallen (z.B. Linguistik u. Literatur) und sieht vieles wieder zusammen kommen (wie Literatur und Linguistik).

Cette pensée de Göthe (je cite de mémoire)[1] m’est revenue à l’esprit en lisant votre intéressant article Sprachgeschichtliche Werte.[2]

Je crois d’ailleurs la pensée de Göthe applicable encore ailleurs que dans la science.

Le souvenir donné à Gaston Paris m’a fait plaisir.[3]

Affectueusement

Bois le roi 1er octobre 1909

Michel Bréal



[1] Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821/29, 1, 12: „Wer lange lebt, sieht manches versammelt und manches auseinander fallen“.

[2] Schuchardt, „Sprachgeschichtliche Werte“, ΣΤΡΩΜΑΤΕΙΣ. Grazer Festgabe zur 50. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner, Graz: Selbstverlag des Festausschusses, 1909, 155-172

[3] Gaston Paris war bereits am 5. März 1903 verstorben. Zwischen diesem Brief und dem vorangehenden klafft eine Lücke von fast acht Jahren. Man darf vermuten, dass die Korrespondenz zwischen Schuchardt und Bréal nicht vollständig erhalten ist, allerdings könnte Schuchardts vorzeitige Emeritierung einen Grund für Unterbrechungen liefern, zumal er jetzt häufig auf Reisen war. Vgl. auch das Datum des nachfolgenden letzten erhaltenen Briefs.