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Korrespondenzkarte (023-01732)

Werther Freund, Ihre beiden PKarten habe ich empfangen und danke für die mir erwiesene Gefälligkeit.[1] J. war bei mir vor einigen Wochen und erkundigte [sich] über Vulgärlatein. Dass Ihnen diese seine Beschäftigung schon bekannt ist setzt mich gewissermassen in Erstaunen.[2] Ich lebe auf recht Gutem Fusse mit meinem Collegen. Gewisse Dinge kommen einem Schweizer höchst merkwürdig vor. Ein St. der cz. Univ.[3] wollte meine Vorlesungen besuchen, musste aber wegen Verketzerungen von Seite der St. dieses unterlassen. – So viel ich weiss, begann zur Zeit des Cent. in Deutschland eine Folio oder 4° Ausgabe der Lusiaden mit Stichen in Lieferungen zu erscheinen.[4] Ich sah Hefte in Portugal, die Ausgabe kam mir aber hier nicht zu Gesicht. Die Arbeit von Leite de Vasconcellos „O dialecto mirandez“[5] habe ich von ihm selbst erhalten. Sie hätte für Sie Interesse; soll ich ihm schreiben, er solle Ihnen dieselbe zuschicken? An Consiglieri-Pedroso werde ich die nächsten Tage schreiben. Heute gehen die von Ihnen gewünschten Bücher an Sie ab.

Seu de coracão

C.



[1] In Sachen Gröber? Vgl. Brief 01731.

[2] Johann Urban Jarnik / Jarník (1848-1923); in seiner mit Schuchardt erhaltenen Korrespondenz findet sich kein diesbezüglicher Hinweis. – Jarník stammte aus dem böhmischen Potštejn / Pottenstein, hatte in Wien studiert und wurde 1882 zunächst a. o. Prof. in Prag, 1888 Ordinarius.

[3] „Ein Student der tschechischen Universität“ - Die Prager Universität war im Jahr 1882 in eine deutsche und eine tschechische geteilt worden; Jarník wirkte an der letzteren.

[4] Es handelt sich vermutlich um die von Wilhelm Storck besorgte Übersetzung, die bei Ferdinand Schöningh in Paderborn erschien.

[5] José Leite de Vasconcellos, O dialecto Mirandez. Contribuição para o estudo da dialectologia romanica no Dominio glottologico hispano-lusitano, Porto: Clavel, 1882.