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Postkarte (67-08955)

[Postkarte,

GRAZ, 25.12.18]

 

Graz, 24.12.18.

Verehrter Freund,

Das D. Wb. Spalte 1917 gibt an [überklebt, unleserlich] der Kern der Sache‘ kommt seit dem 17. Jh. häufiger vor; Ursprung [überklebt, unleserlich][1] Bezug auf Deine Grabinschrift, die nicht erwähnt wird, genommen. Lessing gibt eine Notiz über die Entstehung: „in einer [Erzählung] … will er (Lemnius) uns unter andern bereden, dass Lutherus durch eine gewisse sträfliche Handlung zu dem bekannten Sprüchworte: hier liegt der Hund begraben, Gelegenheit gegeben habe. 3, 291.[2]

Es ist fraglich, wie aus Deiner Grabinschrift die Bedeutung ,da ist der Kern der Sache‘  oder ,hinc illae lacrymae‘ zu gewinnen wäre. Man müsste natürlich den Wortlaut der Inschrift kennen.

Schmeller I 1128 will die Wendung ableiten aus der Bdtg Hund ,verborgener Schatz‘, was aber Moritz Heyne im D. Wb. Spalte 1919 ablehnt.[3]

Mit freundlichen Wünschen für die Feiertage und herzlichem Gruss

Dein APogatscher.



[1] Pogatscher zit. DWB 10, Sp. 1917: „die redensart da liegt der hund begraben (da ist der kern der sache) kommt seit dem 17. Jahrh. häufiger vor; ihrem ursprunge nach ist sie dunkel“.

[2] Auch dies ist wieder Zitat aus DWB 10, Sp. 1917.

[3] Das ist Paraphrase von Teilen der Sp. 1917, wo aber Heyne nicht erwähnt wird.