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Brief, Maschinschrift, Unterschrift Wilhelm Schmidt (12-10116)


REVUE INTERNATIONALE D’ETHNOLOGIE ET DE LINGUISTIQUE.

ANTHROPOS

 INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT   FÜR  VÖLKER- UND SPRACHENKUNDE             

RIVISTA  INTERNAZIONALE  D’ETNOLOGIA E DI LINGUISTICA.

REVISTA INTERNACIONAL DE ETNOLOGIA Y DE LINGÜISTICA.

EPHEMERIS INTERNATIONALIS ETHNOLOGICA ET LINGUISTICA.

INTERNATIONAL REVIEW  OF ETHNOLOGY AND LINGUISTICS.



ST. GABRIEL-MÖDLING, den 17. Jänner 1912.

 

Hochwohlgeboren  Herrn Hofrat Prof. Dr. Schuchardt

Graz

 

Hochverehrter Herr Hofrat!

 

Ich bin Ihnen sehr verbunden für die freundliche Durchsicht des Artikels von Prof. de Aranzadi und auch dafür, daß Sie die zwei Seiten hinzugefügt haben, denn dadurch wird es wohl verhindert, daß eine ärgerliche Polemik entstehe aus etwas, das nur eine freundliche Diskussion sein soll.

Ich bin sehr befriedigt, daß Sie „Sachen und Wörter“ für den Anthropos nicht vergessen, und ich werde mich hüten, die ruhige Entwicklung der Dinge durch Drängen zu stören. Es genügt mir vollständig, wenn ich weiß, daß ich auf einen so wertvollen Beitrag hoffen kann.

Im Anschluß an Ihre Mitteilung, daß Sie vielleicht einen kleinen Artikel „Bari und Dinka“ für den Anthropos schreiben würden,[1] wird es Sie vielleicht interessieren zu erfahren, daß am vergangenen Mittwoch mein Mitarbeiter am Anthropos, P. Hestermann, einen Vortrag in der Anthropologischen Gesellschaft gehalten hat „Kritische Darlegung der neueren Ansichten über Völkerbeziehungen und Völkerverschiebungen in Afrika“.[2] Im April wird mein anderer Mitarbeiter am Anthropos, Herr P. Stratmann[3] einen Vortrag halten über die Hamiten und deren Bedeutung in Afrika. In diesen beiden Vorträgen die in Heft 3 des Anthropos zu erscheinen beginnen,[4] soll die Bedeutung der Sprachengruppierungen in Afrika für die Ethnologie erörtert und die neuen insbesondere von Westermann, Meinhof, Struck[5] hierüber aufgestellten, Theorien einer gründlichen Kritik unterzogen werden. Die letztere ist in der Tat sehr notwendig, da aus mancher dieser Theorien sich bedenkliche Gefahren für unsere Wissenschaft zu entwickeln scheinen.

 

Mit den besten Empfehlungen

Ihr verehrungsvollst ergebener

PWSchmidt    

   

[1] Schuchardt, „Bari und Dinka“, Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes 26, 1912, 11-41. Warum Schuchardt einen anderen Publikationsort als den Anthropos wählte, wissen wir nicht.

[2] Ferdinand Hestermann, „Kritische Darstellung der neuesten Ansichten über Gruppierungen und Bewegungen der Sprachen und Völker in Afrika“, Anthropos 7, 1912, 722-760; 8, 1913, 219-250; 1104-1137. – Vgl. dazu die vollständige Druckfassung unter dem Titel Die deutsche Afrikanistik bis 1913. Kritische Darstellung der neuesten Ansichten über Gruppierungen und Bewegungen der Sprachen und Völker in Afrika, Wien: Mechitharisten-Kongregations-Buchdruckerei, Wien VII im Selbstverlag, 1929. In „Eine Erklärung als Vorwort“, iii-v, heißt es (S. iii): „Das Werk, wie es hier vorliegt, wurde am 19. November des Jahres 1913 abgeschlossen, an welchem Tage ich es dem damaligen Redakteur des ,Anthropos‘ überreichte, und zwar in der Erwartung, daß es seine Fortsetzung in genannter Zeitschrift finden werde. Das ist nun nicht geschehen. Aber es erübrigen sich heute die Gründe, warum es nicht geschah; es genüge, zu wissen, daß es keine persönlichen waren. Jedenfalls erhielt ich mein Manuskript von § 367 an zurück, welcher Teil also ungedruckt und unveröffentlicht blieb“.

[3] Pater Theodor Stratmann, SVD (keine weiteren Angaben).

[4] Kein Nachweis.

[5] Diedrich Westermann (1875-1956), Die Sudansprachen ; eine sprachvergleichende Studie, Hamburg: Friederichsen, 1911 (Hamburgisches Kolonialinstitut: Abhandlungen des Hamburgischen Kolonialinstituts; 3); Carl Meinhof (1857-1944), „Das Ful in seiner Bedeutung für die Sprachen der Hamiten, Semiten und Bantu. Eine Studie“, Zeitschrift der Dt. Morgenländischen Ges. 65, 1911, 177-220; Bernhard Struck (1888-1971), Skizze der hamitischen Sprachgebiete in Aequatorial-Ostafrika, Berlin: Mittler, 1911.