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Korrespondenzkarte (033-03379)

V. H. Pr.! Über „bis“ habe ich auch seither eine Bemerkung gemacht, nämlich dass die Praep. „bis“ allgemein deutsch sowohl exclusive als inclusive zu verstehen ist (weshalb man ja oft „excl.“ oder „incl.“ hinzusetzt). Bei der Conj. „bis“ verstehe ich immer excl., nie incl.; das mag individuell oder landschaftlich sein. Das Adv. „bis“ endlich („Ich komme bis morgen“) ist, meine ich, entschieden ein Slavismus (daher auch die Formel der Wiener Un.-Bibl. von Halatschka S. 32 mit Recht gerügt). Das Beispiel „Graf M. erklärte, er wolle die Antwort schriftl. geben, bis er die Adresse gelesen habe“ gehört zum zweiten Falle; ich würde nie so sagen, sondern 1.) … nicht geben, bis er …, oder 2.) … erst dann geben, wenn er … . Wie man tsch. sagt, will ich morgen fragen. – Im bair.(-öst.) Dial. gilt das Pf. comp. als Pf. abs. u. als Pf. hist. (daher „ich habe gegessen gehabt“ = Ppf.); von allen einf. Praeterita hört man (im Ind.) vom gemeinen Manne höchstens „war“ und „wollte“, aber diese, wenigstens das letztere, nur in Wien (München? Graz?): also Einfluss des Schriftdeutschen in der jüngsten Zeit. Das Ppf. (ich war gegangen) im Sinne eines Pf. hist. (Praet.) und, wenn ich nicht irre, in dem eines Pf. abs. habe ich sehr oft gehört; es waren immer mehr oder weniger gebildete Leute aus öst. Schlesien, aus Reichenberg oder dem Riesengebirge, vielleicht auch von Nordmähren. Vielleicht erfahre ich darüber näheres morgen. Unterdessen verbleibe ich

Ihr

ergebener

Gartner