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Max Niemeyer, Verlagsbuchhandlung Halle a. S.

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                                                                                                             Halle a. S., 27.11.23

 

Herrn Geheimrat Professor Dr. Schuchardt, Graz.

Sehr geehrter Herr Geheimrat! Heute morgen habe ich vom Buchbinder die fertigen Exemplare Ihres Büchleins erhalten und mich beeilt Ihnen eins derselben zugehen zu lassen. Auch an Herrn Professor Spitzer habe ich eins in Ihrem Auftrage übersandt[1] und die 100 Exemplare für die Akademie von Bilbao sind auf den Weg gebracht, nachdem ich bereits gestern Herrn Dr. Azkue den Eingang des Schecks bestätigt und ihm für diese Unterstützung der Akademie gedankt hatte.[2] Es hat mir sehr leid getan von Ihnen zu hören, dass ein Druckfehler stehen geblieben,[3] von einer handschriftlichen Korrektur habe ich aber abgesehen, sie hätte doch vielleicht leicht nicht gleichmässig gut ausfallen können. Das Papier ist übrigens genau dasselbe, wie Sie in der Druckprobe sahen, denn ich habe in diesem Format nur diese eine Sorte vorrätig. Die Ihnen noch verbleibenden 8 Freiexemplare habe ich noch zurück gehalten und bitte Sie mir freundlichst Bescheid zugehen lassen zu wollen, ob ich Sie di- ǀ2ǀ rekt an Sie oder einige noch in Ihrem Auftrag an andere Adressen gehen lassen soll. Von den mir s. Zeit benannten Mitgliedern der Akademie, Prof. Winkler. Urtel und Baer,[4] fehlen mir die näheren Anschriften. Ihren Wünschen betreffs der Rezensionsstücke sehe ich noch entgegen.

Mit hochachtungsvollen Grüssen Ihr sehr ergebener

Max Niemeyer



[1] Vgl. Spitzer (7.12.1923) an Schuchardt: „Nun, diese Primitiae sind wahrhafte Primitiae, Frühlings- nicht Altersfrüchte. Eine solche Konzentration und Zusammenpressung schwierigsten Stoffes, eine solche knappe Verbindung von historischer und deskriptiver Analyse ist wohl kaum noch gesehen worden. Wo bleibt die sprichwörtliche Geschwätzigkeit des Alters? Ich beglückwünsche Sie zu dieser Kunstleistung!“ (Brief HSA 377-11134, zit. nach Hurch, Leo Spitzers Briefe, 2006, 306).

[2] Niemeyer (Postkarte vom 26.11.23) an Azkue: „Euer Hochwürden! Das Misverständnis, welches Ihrer Absage betreffs Übernahme der 100 Exemplare des kleinen Werkes von Herrn Geheimrat Schuchardt zu Grunde lag, ist mir durch diesen bereits aufgeklärt worden. Ich erhielt nun gestern Ihr wertes Schreiben vom 20.XI. und bestätige mit Dank den Eingang des Schecks von 500 Peseten. Sobald das Buch, das sich noch in der Buchbinderei befindet, abgeliefert ist, werde ich Ihnen die 100 Exemplare zugehen lassen und ich hoffe, dass die Akademie s. Zt. Freude an dem kleinen Bande haben wird. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener Max Niemeyer“.

 

[Documentos custodiados por Euskaltzandia – Real Academia de la Lengua Vasca;  Azkue Biblioteka eta Arxiboa].

 

[3] Schuchardt (6.12.1923) an Urquijo: „Von meinem Machwerk rede ich heute nicht viel; ich schäme mich daß wegen der ridiculus mus so vielerlei Umstände geschehen sind. Was den Preis betrifft, so bemerke ich nur noch daß die Kosten dadurch erhöht worden sind daß ich statt zwei Korrekturen drei benötigt habe, und die haben kaum gereicht. Z.B. ist das auch von mir verbesserte Leizarragus stehen geblieben“ (ed. Hurch-Kerejeta, 1997, Brief 482, 323)

[4] Heinrich Winkler (1848-1930), Finnougrist in Breslau; Hermann Urtel (1873-1926) Romanist in Hamburg; Gerhard Bähr (1900-1945) Baskologe.