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Postkarte (057-04055)

 

Lieber Freund. Den Artikel über troppo habe ich auf Ihren Wunsch bei Seite gelegt.[1] Sie hatten sich so vorsichtig ausgedrückt, daß er wohl veröffentlicht werden konnte. Von trop schied G. Paris troupe in seinem o-Artikel (Romania 1881, S. 60).[2] Deutsch [?] muß das Wort doch wohl schon wegen seiner Verbreitung sein. – Bez. freddo glaube ich mich so geäußert zu haben, daß ich die Frage offen lasse, inwieweit der Stimmbänderton das dd continuierlich begleitet. Im letztren Falle muß ihm wohl etwas vom Spiranten anhaften. Sie verweisen auf Slawodeutsch u. Slaworomanisch S. 40. Ich kann leider nicht nachschlagen, da mir Ihre Arbeit auch auf der Universitätsbibliothek nicht zugänglich ist. Sie haben für die Nachfrage offenbar ja wenig drucken lassen. – Frau Michaelis (nach der Aussage ihres Arztes litte sie an Anämie des Gehirns)[3] wird im Spanischen nun durch Baist[4] vertreten. Die Portug. Litteratur muß sie vorläufig noch behalten; eventuell hoffe ich Storck[5] zu gewinnen. Coelho[6] springt jetzt ab von den Henningerschen Grammatiken: er leidet an Schlaflosigkeit u. muß Narcotica anwenden um sich auf den Beinen zu halten ! Ist Ihnen ein Portugiese bekannt, der an seine Stelle treten könnte? – Henrys Anzeige Ihrer Schrift in der Rev. critique kommt wohl erst diese Woche?[7] Die Nummer vom 8. März enthält sie noch nicht. – Mit Pauls Principien verhält es sich nach Ihrer Mittheilung so, wie ich rieth. Er übersieht, daß dieses apriori durch die Logik in seiner Anwendung geleitet werden muß, wie Sie aussprachen. – Gleichzeitig kann ich Ihnen den zweiten Bogen meines Artikels im „Grundriß“ senden. Bogen 11-13 werden Sie im Reinabzug von Trübner erhalten haben.

Mit bestem Gruße

Ihr ergebenster

GGröber.

[1] Offenbar hatte Gröber Schuchardt einen Artikel über „troppo“, dessen Verfasser nicht ermittelt werden konnte, zur kritischen Lektüre zugeschickt und aufgrund von dessen kritischen Anmerkungen nicht abgedruckt; vgl. auch Lfd.Nr. 058-04056.

[2] Gaston Paris, „Phonétique française. O fermé I“, Romania 1881, 36-62: „trop, d’origine germanique sans doute“.

[3] Vgl. Lfd.Nr. 056-04054.

[4] Grundriss I, 1888, 689f.

[5] Wilhelm Storck (1829-1905), Germanist, Romanist, Prof. an der Universität Münster.

[6] Francisco Adolfo Coelho (1847-1919), portug. Ethnograph und Philologe, vgl. seine Korrespondenz mit Schuchardt, Lfd.Nr. 01-01652-33-01684. Er ist im Grundriss nicht vertreten; vgl. Lfd.Nr. 058-04056, wo es abermals um „troppo“ geht.

[7] Victor Henry, „[Rez. von:] Romanisches und Keltisches, gesammelte Aufsätze von Hugo SCHUCHARDT. [...]“, Revue critique d’histoire et de littérature 20 / 22 N. S. (40), 1886, 237-239.