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Postkarte (28-05604)

Verehrter Kollege! Das Programm von Rautenberg[1] habe ich schon im 2. Bande von Behagels und Neumanns Literaturblatt besprochen, bin aber als jugendlicher Heißsporn aus dem Lager der Grammatik den antiquarischen Aufstellungen wohl nicht völlig gerecht geworden. Leider aber bin ich nicht im Stande die betr. Deutung von „Wand“ weiter zurück verfolgen zu können. Der alte Weigand notiert sie jedenfalls nicht, u. im Register zu Grimms Geschichte d. deutschen Sprache finde ich auch nichts davon. Es tut mir herzlich leid Ihnen nicht dienen zu können.[2]

Mit freundlichen Grüßen

Ihr stets ergebener Kluge



[1] Ernst Theodor Rautenberg, Sprachgeschichtliche Nachweise zur Kunde des germanischen Altertums, Hamburg 1880 (Programm Hamburg Gelehrtenschule); die Rez. findet sich in Lit.bl. 2, 1881, 319-320: „Mit umfassenderen linguistischen Kenntnissen ausgerüstet hätte R. im altgerm. Sprachmaterial weit mehr interessante Ergebnisse gefunden und seine Kenntnisse im anthropologisch-antiquarischen Gebiet wären für die allgemeine Kulturgeschichte werthvoller geworden“.

[2] Vgl. dazu Schuchardt, „Romanisch bast“, ZrP 33, 1909, 339-346, hier Fn. 1 auf S. 344 (Berufung auf Rautenberg).