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Postkarte (12-07048)

Graz 30/3 02

Hochverehrter Herr Hofrath!

Ich habe mich wegen *anderâ auch an Much gewandt u. erfahre von ihm, daß sich gegen den Ansatz nichts einwenden läßt.[1] Demnach wird man immerhin die Tatsache, daß auf einem großen Gebiete der Feuerbock einen keltischen Namen hat, berücksichtigen müssen. Meiner Meinung nach muß aber die Bezeichnung, junge Kuh nicht auf besondere ausgestaltete Böcke zurückgeführt werden, denn sonst müßte man dieselbe Forderung bei den anderen Animalisierungen: Bock, Hund, Roß, Kater, etc. erheben. Ich besitze die Photographie eines zum Doppelhirsch gewordenen Feuerbocks.[2] Davon weiß wieder die Sprache nichts. Mir genügt vorläufig, daß ein ernsthafter Einwand gegen den von mir geäußerten Einfall von keiner Seite gemacht wurde. Über andere drollige etymol. Schmerzen berichte ich mündlich

In Verehrung der Ihre R. M.



[1] Meringer führt so auch in seinem Beitrag 'Wörter und Sachen' in Indogermanische Forschungen  XVI (1904b), 101-196 auf S. 138  das französische landier 'Feuerbock' auf urkeltisch *anderâ zurück.

[2] Unter den digitalisierten Diapositiven der Meringer-Sammlung (http://gams.uni-graz.at/context:dias) konnte kein entsprechendes Bild gefunden werden.