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Graz, 6. Aug. 1900

S.v. Herr Hofrath! In einem Aufsatze N. fr. Pr 14. Juli 00 S. 16[1] ist von der bosnischen Sense u. Sichel die Rede. Von letzterem heißt es: „die Sicheln haben ein stark geschwungenes, in eine lange, gerade Spitze auslaufendes dickes, aber sehr schmales oft rippenloses Blatt, dessen Schneide aus feinen, mit der Spitze gegen die Hand gekehrten Zähnchen gebildet ist.“[2]

Ich habe diese Dinger also nun doch noch selbst gesehen u. zw. in Wirklichkeit, nicht in den Museen.

Nach den bekannten obigen Angaben müsste es ein leichtes sein eines solchen Instruments habhaft zu werden.[3] In Verehrung

Ihr Rudolf Meringer.



[1] Der betreffende Artikel heißt 'Landwirtschaft und Veterinärpflege in Bosnien und der Herzegowina'. Neue freie Presse, 14. Juli 1900, 15-17. Der Autor ist nicht angegeben.

[2] Neue freie Presse, 14. Juli 1900, S. 16.

[3] In der im Österreichischen Museum für Volkskunde aufbewahrten Schuchardt Sammlung befinden sich unter anderem auch drei Sicheln, wovon allerdings keine dem hier beschriebenen bosnischen Typ entspricht. In der Meringer Sammlung (Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Karl-Franzens Universität Graz, http://gams.uni-graz.at/context:ges) sind keine Sicheln vorhanden.