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Ansichtskarte (03-04506)

[Am rechten Kartenrand vertikal]

Triest, 3. November 1900.[1]

Hochverehrter Herr Hofrath! Ich werde mir erlauben, Ihnen am Montag, den 5. d. M., um 10 Uhr Vormittags mit meiner Frau[2] einen Besuch zu machen und Ihnen dann die Pariser Sichel[3] zu überreichen. Ihr hochachtungsvoll

ergebener

W. Hein



[1] Wilhelm Hein unternahm im September und Oktober 1900 eine achtwöchige Studienreise, die ihn über Oberösterreich und Bayern nach Halle an der Saale führte, wo er an der Versammlung der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie vom 24. bis 27. September 1900 teilnahm. Daran schloss sich ein zweiwöchiger Aufenthalt in Paris zum Studium verschiedener Museen und der ethnographischen Sammlungen der Weltausstellung an. Die Rückreise führte über Weiler im Elsass, Basel, Mailand und Triest (Jahresbericht 1901: 57).

[2] Offenbar wollte Wilhelm Hein die Gelegenheit nutzen und auf der Rückreise von Triest nach Wien Hugo Schuchardt in Graz besuchen. Ob Marie Hein ihn während der gesamten Studienreise begleitete oder sich ihm später anschloss, lässt sich nicht eruieren.

[3] Die Objektsammlung von Hugo Schuchardt, die sich im Volkskundemuseum Wien befindet, enthält drei gezähnte Sicheln (Inventarnummern ÖMV/63.485-63.487), deren Herkunft in Schuchardts Beitrag "Sichel und Säge; Sichel und Dolch I-II" (Schuchardt 1901a) dokumentiert ist. Während die Sichel ÖMV/63.486 sicher von Schuchardt selbst in Catanzaro in Kalabrien erworben wurde, ist die Zuordnung der istrischen Sichel von Antonio Ive und der "Pariser Sichel", die ursprünglich aus der Bretagne stammt und von Paul Le Gac beschafft wurde (vgl. Kapitel 3.), nicht eindeutig möglich, da die Merkmale in Schuchardts Beschreibungen der Sicheln (Schuchardt 1901a: 183, 185) nicht vollständig mit den Objekten übereinstimmen (vgl. Schwägerl-Melchior 2015).