Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Dankkarte (05-103)

[vorgedruckt:]

Gestatten Sie mir herzlichen aufrichtigen Dank zu sagen für die warme Theilnahme, welche Sie mir bei dem Hinscheiden meines Mannes[1] erwiesen haben.

Marie Andree

geb. Eysn.

[handschriftlich:]

Innigen Dank noch für Ihre Zeilen. Wie oft gedachte ich der schönen Stunden in Ihrem Heim mit Karl Rhamm[2] u. Richard!



[1] Richard Andree (geboren am 26. Februar 1835 in Braunschweig) starb am 22. Februar 1912.

[2] Karl Rhamm (1842–1911), Sohn des Braunschweiger Obergerichtspräsidenten Eduard Rhamm, dessen beruflichen Fußspuren er im Gegensatz zu seinem Bruder Albert (s. Lfd. Nr. 06-104, Anm. 1) nicht folgte: Das Studium der Jurisprudenz brach er aufgrund eines Augenleidens ab und widmete sich im Weiteren als Privatgelehrter ethnographischen Reisen, die ihn nicht nur durch ganz Deutschland, sondern auch auf den Balkan, in die Türkei und bis nach Russland führten. Neben kleineren Studien vor allem zu historischen Haus- und Hofformen – die u.a. in R. Andrees "Globus" erschienen – verfasste er seine unvollendet gebliebenen vergleichend-ethnographischen "Beiträge zur germanisch-slawischen Altertumskunde", die trotz mancher "Fehldeutungen" (Bockhorn 1985) und überholter "nationaler Zuweisungsversuche" (Schmidt 1951: 147) "eine bedeutende Frühleistung der Haus- und Kulturraumforschung darstellen" (Schier 1961). Es sei dahingestellt, ob es seiner "streitbaren Natur", die ihn "in manche scharfe wissenschaftliche Fehde verwickelt und ihn vielfach isoliert" hat (Haberlandt 1911), geschuldet war, dass er, wie Andree-Eysn schreibt (Lfd. Nr. 06), "jede Anerkennung – wie die Doctor-Ernennung – zurückwies". Richard Andree hat mit einer Postkarte vom 11. 11. 1911 an Schuchardt diesen über Rhamms Tod "am 2. Nov. in Innsbruck in einem Sanatorium" informiert und daran erinnert, dass er "mit meinem Landsmanne seit 20 Jahren in engster Fühlung [stand]." (Universitätsbibliothek Graz, Sondersammlungen, Nachlass Schuchardt, Bibl. Nr. 00096). Im Nachlass Schuchardt findet sich übrigens einiges an Korrespondenz von Karl Rhamm an Hugo Schuchardt; insgesamt handelt es sich um 17 Schriftstücke aus den Jahren 1909 bis 1911 (Bibl. Nr. 09389–09405), die derzeit noch unbearbeitet sind.