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Karte (04-102)

München 1/VI 1905

Hochgeehrter Herr Professor!

Wenn ich erst heute für die ebenso schöne als werthvolle Gabe[1] danke, so ist es weil wir erst vor 9 Tagen aus Aegypten und Italien heimgekehrt sind. In ersterem Lande notirte ich Garnwinden, in letzterem Haspel, aber ich sehe in Ihrer Arbeit, daß alle diese Formen schon da sind, und weiter nichts mehr sagen. |2| Ich habe viel aus Ihrem grundlegenden Werke gelernt und danke Ihnen, Herr Professor, ganz besonders dafür, um so mehr noch, als die Gabe ganz unverdient und ich nichts beitun konnte. Vielleicht ist mir dies bei einer anderen Frage möglich, denn bis zu Ihrer Arbeit habe ich leider nie darauf geachtet wie Haspel und Garnwinde zu einander stehen und sie verwechselt. Nehmen Sie, Herr Professor nochmals besten Dank.

Hochachtungsvoll

Marie Andree.



[1] Es handelt sich um die bereits bei Lfd. Nr. 01-99, Anm. 1 genannte Schrift Hugo Schuchardts "Hugo Schuchardt an Adolf Mussafia", die in 1905 in "Graz im Frühjahr" erschienen ist (bei Spitzer 1928 unter Nr. 480, S. 37 vermerkt) (Schuchardt 1905).