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Brief (06-02677)

Leipzig, d. 26 Sept. Abends [1872][1]

 

Geehrter Herr Doctor!

So eben erhalte ich Ihren Brief u. antworte in aller Eile nur das Nothwendige:

Ich bin gern bereit Sie zu empfehlen. Aber ich kenne keinen der Hallenser Proff. Persönlich näher, auch nicht einmal ferner, auch weiß ich nicht wer der Decan ist. Auch könnte ich das Schreiben möglicher Weise an einen richten, der für Stengel[2] wäre. Der geeignetste Weg ist, daß einer der dortigen Proff. sich soweit für Sie interessirt, vertraulich bei mir über Sie anzufragen, u. daß ich darauf ihm antworte. Können Sie das nicht bewirken? Geht es durchaus nicht, so würde ich an Prof. Dümmler[3], obwohl ich ihn gar nicht näher kenne, schreiben, müßte dann aber sagen daß ich es auf Ihre Veranlassung thäte. Es würde sonst mein Verfahren in diesem Falle als Einmischung in die Angelegenheiten einer I2I fremden Univers. erscheinen.

Also am besten ist, Sie veranlaßten einen Brief an mich. Jedenfalls geben Sie mir doch morgen Nachricht.

Bestens grüßt

Ihr

A. Ebert.



[1] Schuchardt wurde zum SS 1873 (Ostern) nach Halle berufen; dies liefert die fehlende Jahreszahl, da Kandidaten für die Besetzung dieser Professur bereits im WS 1872/73 in Halle erörtert wurden.

[2] Edmund Stengel (1845-1935), zu dieser Zeit noch Basler Privatdozent, war offenbar auch in Halle im Gespräch und wurde 1873 Prof. f. Roman. u. Anglistik in Marburg.

[3] Ernst Dümmler (1830-1902), seit 1858 Prof. f. Geschichte und histor. Hilfswissenschaften in Halle.