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Brief (3-402)

Zumárraga, d. 11. VIII. 1920

Sehr geehrter Herr Professor,

     Während ich gerade beschäftigt war, noch einige Stücke mit Betonungsangabe zusammenzustellen, erhielt ich Ihre Postkarte, für die ich Ihnen herzlich danken möchte. Obwohl Sie mir mitteilen, dass Sie sich nicht wohl fühlen, was ich von Herzen bedauere, möchte ich es doch nicht unterlassen, Ihnen noch diese Stücke zu senden, besonders wei[l] ich mich in immer grösserer Verlegenheit sehe, je mehr ich auf den Akzent achte. Es ist mir aufgefallen, wä[h]rend ich mir langsam auf baskisch vorlesen liess, dass die Tonhöhe eine gewisse Rolle spielt, ohne jedoch fes[t]stellen zu können in welchen Fällen. Besonders in Beterri spricht man sehr singend, hier dagegen merkt man es in der geläufigen Unterhaltung wegen der Zusammenziehungen kaum, wohl aber beim langsamen vorlesen. So is[t] z. B. in Iturriagas Gesprächen in den ersten drei Worten die To[n]höhe folgendermassen verteilt: ez beginnt hoch um bei dio tiefer zu gehen, ézer ist höher als die erste Silbe und ezerkeré am höchsten, während die zwischenliegenden einen schwebenden tieferen Ton tragen. Trotz alledem kommt es mir vor als ob nicht die musikalische Betonung allein herrscht, sondern zuweilen manche Vokale stärker betont sind und länger dauern als andere, z. B. in zârra, alt, âta, Ente, âbi, Nest, âria, Widder, êne Ausruf der Überrasch[ung] u. ä. Ich weiss nicht, wie ich dieses alles zusammen reim[en] soll und glaube, dass es mir noch manches Kopfezerbrechen bere[iten] wird.
     Auf dem “Congreso de Estudios Vascos” in Pamplona (von 18-25. VII) wurde mir die grosse Ehre zuteil, einer Sitzung der Akademie beiwohnen zu dürfen, wobei ich unter anderen auch Herrn Urkijo kennen lernte, der mir viel von den baskischen Studien und insbesondere von Ihnen erzählte. Er stellte mir mancherlei in Aussicht, darunter die noch vorhandenen Nummern der Revista Internacional. Inzwischen habe ich noch einige andere Numme[rn] erhalten und las mit grossem Genuss einige Ihrer A[r]tikel, z. B. “Baskisch & Romanisch”, über das Iberische, Bemerkungen zu Leizarraga und mehreres andere, so dass einige der Fragen die ich an Sie richtete durch diese Au[f]sätze schon z. T. beantwortet werden. Mit grossem Interesse las ich auch Saroïhandys neue Theorie über das Zeitwort, die mich sehr gefangen nahm, sah jedoch aus Ihrer Kritik, dass sie doch wohl nicht so sicher und einfach ist, wie sie sich für mich ausnahm. Jedenfalls bin ich sehr gespannt auf Ihre weiteren und Herrn Vinsons Kritiken. Was das Iberische betrifft, so nehme ich nach dem, was ich in der Revista gelesen habe, an, dass Sie es als dem Euskera verwandt betrachten, während Herr Vinson auf dem entgegengesetzten Standpunkt zu stehen scheint. Merkwürdig erscheint mir die Theorie dieses Herren über das Imperfekt und über die ursprünglichen Präsensformen wie dakit u. dinaki, naki u. ninaki.
     Um die ältere Sprache zu studieren liess ich mir aus Deutschland mehrere Exemplare Ihres vortrefflichen Neudrucks (wie Azkue sagt) von Leizarragas Bibelübersetzung senden. Ich hatte eine einem hiesigen Geistlichen, ein anderes der Sociedad de Estudios Vascos zugedacht, doch schrieb mir mein Vater aus Berlin, dass nur 2 aufzutreiben gewesen wären, da scheinbar die Auflage vergriffen sei. Obwohl das erste Exempla[r] vor 3 Monaten abging, ist es leider noch nicht eingetroffen, ebensowenig das 2te, aber ich hoffe doch, dass sie nich[t] verloren gegangen sind, sondern die Verzögerung an der Zollverwaltung liegt. Indessen ist ein Brief an diese bisher auch erfolglos geblieben, aber wer mit spanischen Verhältnissen vertraut ist, braucht noch lange nichts verloren zu geben. Dafür, dass Sie mir so freundlich Sonderabdrücke Ihrer Artikel zur Verfügung stellen, möchte ich Ihnen von ganzem Herzen danken. Einige kenne ich ja schon aus der Revista und diese wenigen, die ich kenne, lassen mich schon ahnen wie interessant und wertvoll die anderen sein müssen, insbesondere die allgemein gerühmten und überall erwähnten Baskischen Studien, auf die sich auch Saroïhandys “Puntos oscuros de la conjugación vascongada”, stützt, das ich gerade zur Hand habe.
     Was das Wort endelgatu anbetrifft, habe ich dessen Gebrauch nirgends feststellen können, und kenne es nur aus dem Wörterbuch Azkues, das ja das Vollständigste ist, obwohl man sagen kann, dass es —erfreulicherweise— überall noch selten gebrauchte Worte gibt, die es nicht enthält. Ich habe allein hier in Legazpia in Gesprächen und Fragen an alte Leute einige Dutzende solcher Worte gesammelt, eine hoffnungsvolle Tatsache, die annehmen lässt, dass man den bekannten baskischen Wortschatz noch bedeutend bereichern kann.
     Auf die Sprache der Kinder habe ich weiterhin geachtet, aber nur feststellen können, dass die spanische Sprache vom frühesten Jugend an sehr einflussreich ist, da sie den 5 jährigen Kindern schon gelehrt wird, also ehe sie überhaupt einen einigermassen ausgebildeten Begriff vom Baskischen haben. Diese Tatsache trägt dazu bei, die Beugung des Zeitwortes bis auf das allerdringlichste zu beschränken. Der Unterschied zwischen Transitiv u. Intransitiv ist zuweilen verloren gegangen, ebenfalls der Optativ, grossenteils die Pluralformen, usw. Bemerkenswert ist, dass manche Kinde[r] in der niederen Sprache keine feminin = Form mehr anwenden, sondern sie der männlichen gleich machen. In Oñate ist es noch schlimmer. Dort unterscheidet die Stadtjugend überhaupt nicht mehr zwischen dozu, doztazu, dotzu, sondern gebraucht alle gleich. Um einigermassen erträglich reden zu hören, muss man sich n alte Leute wenden.
     Wegen der Empfehlung Herrn Urtels bin ich Ihnen ebenfalls sehr zu Dank verpflichtet; mir war der Name schon bekannt, da ich las dass Herr Urtel zum auswärtigen Mitglied der “Baskischen Akademie” ernannt worden sei, ich wusste aber nicht ob ich darin einen Deutschen zu suchen hatte oder nicht.
     Ich würde mich sehr freuen, wenn eine wünschenswerte Besserung Ihrer Gesundtheit es Ihnen gestatten würde, mir noch einige ganz kurze Mitteilungen zu machen über die wichtigsten Punkte. Aber selbst, wenn sich dieser Wunsch von mir nicht erfüllen sollte, empfinde ich voll und ganz, wie Recht jener Euskalzale hatte, der mir neulich in Oñate sagte: “Puede usted estar orgulloso por haber recibido una carta de un hombre tan sabio y de tanto mérito”
     Ich möchte schliessen indem ich die Hoffnung ausspreche, dass ich Sie mit diesem langen Briefe trotz Ihres Unwohlseins nicht belästige und dass Ihre Gesundheit sich bald bessern möge und Ihnen ein ruhiges Alter gestatte.

      Ihr sehr ergebener.

      Gerhard Baehr

Zumarraga, Spanien.


“Dialogues Basques” von A. P. Iturriaga.
XVI. Elé sendakayák

Éz dio ézerkeré irábazí géyago emátén nekázariarí éléak báño. Árgatik beár da árreta andiá ártu osásuna izán dezán. Beár da ere jakín zér egin bear zayón míñez árkitzén dáneán. Errákaya eta zurdá diradé óskayák gaitzik géyénéntzát. Nekázariák beár luke jákin abérea sangrátzén estutasún báterakó. Oro bát bear luke jákin zér belárren úra dan ona purgátzekó. Errákairik ónená kárea da, éta zúrda ipíntzea éz da gáuza andía. Abérea izérditzen dánean beár da estálí, bátezeré ukúĺua ótza ba’dá. Bázka buztiá bádagó útzi bear dá legórtú arterañó. Abérea berótua edo izérdituá bádagó étzayo emán beár edáten, bátezeré úra gogórra ba dá. Érí badagó eta gizena árkítzén ba dá beréala beár da sangrátú. Úrrengo eguneán emán bear zay[o] purgá eta géro urríbizán ídukí. Gurétzat bézin bearrá da urríbizá eléarentzát éri dágoaneán. Eta séndagaí guztíetan ónena éta segúruena áu da. Bätezeré bulárreko míñarentzát éta kostónia dúanarentzát.

Bizenta A. Mogel
Ipui onak. XX.

Eulíak ta txindurriák zerábiltén auzí gogor bát, nor oté zán edérragó. Eulíak bere aldé edó bandórako zioán: Zuk txindúrri itxusiá, ezín buruá nerekín bredíndu dézakezú. Nón nai ta noiz naí, gauzá guzietán aurrératzén naítzazú. Ardí edo idi bát íltzen ba duté, néu naíz lénengo jatén diodaná naí dedaná. Nabíĺ erregén burú ta mayetán. Ló egitekó dauzkát aukerá osoán óerík bígunenák. Nai dedaneán, eguraldi otzetán noá sukalderá ta án berótzen náiz. Eguzkitará írten nai badét nórk erágotzí? Ní nabiĺ edo lúrrean óñez, edo aídean egáa nái dedan bezelá. Zú berriz béti arrástaka.— A izurrí zitalá!— diotsá txindurriák. Zer da ánsi zu egoteá errégen búru ta máyetán, lo egiteá oe biguñetán, bérdin íñork ekusí nai ezpazaitú? Bazera gúzientzát gogaítgarriá? Eguraldí biguñakín bazabiltzá bai egáa; zérbait badírudizú bero aldíetan. Negúa datórreneán kikíltzen zerá, ez zoáz maíko ógí apurrák biltzerá. Ezkútatzén zera toki iĺunetán, ta iñórk ez dú zure bérrirík, éz daki bízi zerán edo éz; ézin árpegirík emán diozú elúr apúr batí; ta aú da zorionekoá izatea? Ní bizi náiz udán atsegín osoán, ta non nái det zer ján. Negúrakó prestátzen naiz, beár egiñáz, neré bizkarreán darámadalá ogí zorroá, edo garí ale ní baño astunagoá, ez zu bezelá alperreriará emánda negú guzián baráu égitén, zér jan ez dezúla zúre bakartadeán. Otzik andíenetan, elurrák lúr guziá estálduagatík, daukát nere etxéa lurrarén azpián bere garí gelarekín. Aizérí, erbí, zozó, birigarró, ta anbeste egaztí goseák argaldurík otzák igárorík dabíltzaneán, ni éz naiz ez otzarén ez gosearén beldúr. Gízon guziák naukaté beargintzát, ta ésán oi duté ikási bear dalá txindurrietatík beargíñ ta kóntuzkoa izáten, ta prestatú bear dalá zer jan bearrík ezin dan egunetarakó. Ipui onék erákasten digú ez burú zalégiák izatén ez arrótzen gére gaúzekin. Esaná ta antzíñekoá dá, bakóitza bízi dúela beré zoróak.

Ich habe ŕ durch rr ersetzt damit keine Missverständnisse entstehen können.