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Postkarte (18-03610)

Zürich 7, 7 März 17

 

Lieber Herr Kollege,

Ich möchte Ihnen für Ihren letzten Brief herzlich danken. Man ist ja so froh, jetzt wo soviele Fäden abgerissen sind, hie und da ein Wort von jenseits der von Waffen und Chikanen starrenden Grenzen zu hören. Die Kap. III & IV sind nur ein Ausschnitt des zweiten Bandes unserer Bibliographie[1], der erst durch zwei weitere Kapitel und Indices vollständig werden wird. Wegen der Entente-Scientia in der franz. Schweiz seien Sie ganz unbesorgt. Wohl spricht gegenwärtig der Krieg in die Besetzung wissenschaftlicher Vorstände hinein. Aber das wird aufhören, sobald mit den Waffen der Hass niedergelegt wird. Eben hat Genf das Zürcher Theater gebeten, eine Woche lang Parsifal und andere deutsche Werke I2I in Genf zu geben. Die Genfer wollen derweilen hier franz. Werke spielen. Also die Kunst ist bei uns international geblieben. Bertoni denkt sein neues Archivum Romanicum übernational.[2] Es soll sogar nach dem Krieg deutsche Artikel aufnehmen. Das sind gute Symptome für die Zukunft.

Mit herzl. Grüssen Ihres

ganz ergebenen

L. Gauchat



[1] Vgl. Anm. 2 zu 09-03601.

[2] Zu Bertoni und dem Archivum vgl. HSA, Bibl.Nr. 00945-00951.