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Brief (42-09629)

Klagenfurt, 4.3.1922.

 

Hochgeehrter Herr Hofrat!

Verbindlichsten Dank für Ihr liebes Schreiben, das mich vollkommen beruhigt hat. –[1] Das Erscheinen der definitiven Ausgabe der Festschrift dürfte noch ziemlich lange auf sich warten lassen. Der letzte (franz.) Artikel von Platz[2] macht Schwierigkeiten, da erst eigene Lettern für ungewöhnliche Akzente gegossen werden müssen. Mein Beitrag ist auch noch nicht ganz druckfehlerfrei. – Die „Neueren Sprachen“, wo ich Herrn Hofrat als Lehrer schildere[3], melden sich noch immer nicht. Spitzer schrieb I2I mir nachträglich, ich hätte Herrn Hofrat doch die Korrektur einsenden sollen, die ich kurz vor Ihrem Ehrentage erhalten hatte. Ich getraute mich nicht, Herrn Hofrat einen solchen Wisch zu schicken.

Bertoni spricht von einer „chiamata a Torino“, also wird er dauernd dort bleiben. Spitzer wird wohl später zu seinem wohlverdienten Ruhm kommen, wenn Besprechungen des Breviers erscheinen. Ich selbst habe es leider noch nicht zu Gesicht bekommen. Als ich Spitzer an sein Versprechen erinnerte, mir ein Freiexemplar zu schicken, schrieb er mir, er habe sämtliche Gratisexemplare Herrn Hofrat überlassen, ich möge mich an Sie wenden. Nun möchte ich Herrn Hofrat nicht gern belästigen. Hätten Sie doch ein Exemplar für mich übrig, so bitte es mir gütigst mitzuteilen. Ich würde dann einen Freund ersuchen, es bei Herrn Hofrat ab- I3I zuholen, um Ihnen die Mühe der Versendung zu ersparen.

Sehr willkommen ist mir Ihr S.A. Ich werde mir erlauben, mich gelegentlich dazu zu äußern.

Mit bestem Dank und den herzlichsten Wünschen für Ihr Wohlergehen

in Verehrung

Ihr R. Riegler



[1] Am 27.4.1922 schreibt Riegler Bertoni auf einer Postkarte: „Schuchardt war über den Festartikel in den [die Ecke der Karte ist abgerissen] und dankte mir mit einem 7 Seiten langen Brief“.

[2] Ernest Platz, „Balai, étude de géographie linguistique et de sémantique“, 169-221.

[3] „Hugo Schuchardt als Lehrer“, NSpr 30, 1922, 45-46.