Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Brief (05-09017)

21 St. Marguerite’s Road, Oxford 13. März 93

Hochgeehrter Herr Professor!

Kurz vor meiner Abreise nach Oxford konnte ich, nachdem meine erste Expedition nach Kew erfolglos war, des Direktors, der den Schatz der Transactions[1]  bewacht hat, habhaft werden; dies dank der Bemühungen des Herrn Dr Rost, von dessen Liebenswürdigkeit ich Ihnen in meinem letzten Briefe Mittheilung machte.[2]

Ich bedaure lebhaft, daß die Kürze der Zeit mir nicht erlaubte, den nach der Meinung des Direktors Mr Dyer[3] seltenen Artikel copiren I2I zu können; doch wenn Sie denselben nicht augenblicklich benöthigen, will ich Ihnen, nach meiner Rückkehr nach London in etwa 3 Wochen, eine vollständige Abschrift senden.

Erlauben Sie mir, Sie vorläufig nur mit ein paar Zeilen über den Aufsatz zu orientieren.

 

Negro-English Litterature

Nach einer allgemeinen Einleitung vergleichenden litterarhistorischen Inhalts folgt: „Of this African litterature, there are 3 departments: the Mythology, the Proverb, the Lyric – Omitting the latter at present and that for many reasons only the first two will be noticed. With regard to the first of these, it may be stated at once, that it is very simple, when compared with the complex and crowded Mythology of Hesiod. Of the few personnages I3I Anansay is the conspicous one. He is the Jove, the Thor, the Bramah of African Mythol. His great strenghth is in his cunning and in his metaphoric versatility; he is out Prouteuses Proteus.[4] His parentage is utterly unknown nor, indeed, does it seem referred to in any of the Anansay Stories. Whatever may [be] the ground for it, it is commonly received, that the word Anansay means a Spider …

The following is one, not the best, but actually taken from the lips of the Narrator (storyteller) folgt die Geschichte von Annancey and Green Lizard  in Negerenglisch u. Negro Proverbs in Negerenglisch.

Transactions of the Incorporated Royal Society of Arts and Agriculture JL.J.1868[5]

Ich freue mich, Ihnen späterhin eine vollständige Copie des etwa 7 Seiten umfassenden Aufsatzes einsenden zu können.

I4I A. Jowell‘s „Memoir“ fand ich doch zuletzt noch im Brit. Mus. Es scheint mir eine einfache Reisebeschreibung zu sein.

Dr Rost, der den Ankauf der von Ihnen gewünschten Werke der Bonap. Bibliothek zu übernehmen, mit Freuden bereit ist (der Catalog und der Termin der Auction stehen noch immer aus), übergab mir kurz vor meiner Abreise zwei Bücher in negerenglisch: 1) Uncle Remus with fifty illustr. by A. Telwes, Routledge vollständ. U. R [=Uncle Remus] or Mr Fox Mr Rabbit and Mr Terrapin by Joel Chandler Harris.

2) Nights with Uncle Remus by Joel Ch. Harris author of Uncle Remus London Routledge ohne Datum.

Sollten Ihnen die beiden Bände vielleicht in Graz nicht zur Verfügung stehen, bin ich glücklich, Ihnen dieselben sofort zu schicken zu können. Einer gütigen Antwort entgegensehend, bin ich Ihr ergebener Schüler

Dr J. Priebsch



[1] Vgl. Anm. 5 zu Brief 04-09014.

[2] Vgl. Anm. 4 Brief 04-09014.

[3] William Thiselton Dyer (1843-1928), Director of Kew Gardens 1885-1905.

[4] Hier wie an anderen Strellen schreibt Priebsch ungenau ab (weil er den Text offenbar nicht verstanden hat), so dass das Abgeschriebene keinen Sinn macht. Die vorliegende Stelle heißt richtig: „His great strength is in his cunning, and in his metamorphic versatility; he out-Proteuses Proteus“.

[5] Die korrekte Zitierweise lautet TRSAA 1, 1868, 65.