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Brief (01-07431)

[Lissabon, April – Mai 1924][1]

Sehr verehrter Herr Geheimrat!

Kürzlich hörte ich gelegentlich eines Besuches bei Sor David Lopes[2], daß er vor einiger Zeit 2 Bücher wiedergefunden habe[3], die er seines Glaubens vor 13 Jahren an Geh. Rt. Baist und die Deutsche Morgenländische Gesellschaft[4] geschickt hätte. Ich bat ihn, mir diese einmal für Deutschland bestimmten Bücher zu überlassen, damit ich sie den interessierten Stellen zukommen ließe. Nach Beseitigung einiger Fehler schickt er I2I mir sie jetzt zu, und ich sehe, daß ein Exemplar für Sie bestimmt ist. Ich erlaube mir also, es Ihnen zu übersenden, da Herr Lopes wohl nicht mehr wagt, damit nach 13 Jahren noch zu kommen.

Ich darf wohl annehmen, daß Sie die Einladung für die A. Bonilla y San Martínfestschrift erhalten haben. – Sr. D. Antonio Paz y Mélia[5] entsinnt sich Ihrer gleichfalls noch gern und genau, obwohl er Ihnen seiner Zeit wenig zu Diensten sein konnte. – Wenn ich ein paar Worte über I3I mich einflechten darf, möchte ich bemerken, daß ich mich übers Jahr für Romanische Philologie als Schüler von Geh. Rt. Voretzsch zu habilitieren gedenke, mit besonderer Betonung des Spanischen.[6] In Lissabon sehe ich mir gegenwärtig die Handschriftenbestände an. In Halle arbeitete ich auch mit dem erblindeten Geheimrat Stengel.[7]

Vielleicht gestatten Sie mir zugleich eine bescheidene Anfrage. Im September übernehme ich die Schaffung einer Arbeitsstelle für deutsch-spanische Wissenschaftsbeziehungen, die im Colegio Alemán von Madrid eingerichtet wird.[8] I4I In der Bibliothek möchte ich soviel als nur irgend möglich alles vereinen, was von Deutschen in wissenschaftlicher Art über die iberische Halbinsel geschrieben worden ist. Könnten Sie mir vielleicht zu diesem Zweck Ihre diesbezüglichen Veröffentlichungen überlassen? Versandkosten würde ich gern aus eigener Tasche bezahlen.

In tiefer Hochachtung

ergebenst

Gerhard Moldenhauer.

[beigefügt ist der folgende, nicht eigens nummerierte Rundbrief]

COMISIÓN

DEL

HOMENAJE

A

D. ADOLFO BONILLA Y SAN MARTÍN

            -----------------------                                          Sr. Dr. D. Hugo Schuchardt

CONDE DE ROMANONES, 7 Y 9, PRAL.

            MADRID

            ----------

Muy distinguido señor nuestro: El día 27 de septiembre del próximo año cumple el Dr. D. Adolfo Bonilla y San Martín, profesor de la Universidad de Madrid y Decano de su Facultad de Filosofía y Letras, la edad de cincuenta años. Los que seguimos, en sus variados aspectos, la labor del profesor Bonilla, sabemos hasta que punto han sido laboriosos y fecundos estos años de su vida, habiendose hecho acreedor al respeto y a la admiración de los especialistas en diversas ramas del saber. Por esto juzgamos oportuno aprovechar esa circunstancia para ofrecer al profesor Bonilla un homenaje qué, a la vez que ocasión para brindlarle las primicias de algunos trabajos de investigación, sea para él el único premio a que en su vida de abnegación y esfuerzo ha querido aspirar: una contribución al progreso científico de las disciplinas a que dedicó su actividad admirable y la seguridad de que su trabajo sa sido agradecido y estimado en su alto valor por los que al estudio nos dedicamos.

Contando con la parobación de V. a nuestra idea, le rogamos nos haga el honor de colaborar en la serie de monografías que nos proponemos publicar con arreglo a las condiciones que abajo se expresan.

Con este motivo nos complacemos en ofrecer a V. el testimonio de nuestra consideración más distinguida.

                                                                       LA COMISIÓN

Madrid, 1° de abril de 1924.

La extensión máxima de los trabajos será de 20 páginas de a 2.500 letras cada una.

Los originales para la imprenta deberán quedar entregados a la Comisión de Homenaje antes del día 31 de diciembre de 1924.

El autor de ada estudio recibirá 50 ejemplares, tirados aparte, de su trabajo, una vez que haya sido publicada la totalidad.

La correspondencia se dirigirá a don Pedro Sáinz y Rodríguez.[9] Comisión del Homenaje a don Adolfo Bonilla y San Martín, calle del Conde de Romanes, 7 y 9, pral. Madrid., von den deutschen Mitarbeitern an G. Moldenhauer, Madrid 4, Almirante 18 dupl. erbeten.[10]



[1] Michaela Wolf, Hugo Schuchardt Nachlaß, Graz 1993, 278, datiert den Brief auf den 1.4.1924, vermutlich weil der folgende Rundbrief dieses Datum trägt. Der Zeitrahmen muss aber etwas weiter gefasst werden, denn der Brief ist offenbar in Lissabon geschrieben (auf dem oberen Briefrand ist mit Bleistift korrekt notiert „nach 1.4.23). Wann sich Moldenhauer genau in Portugal aufhielt, konnte nicht festgestellt werden.

[2] David Lopes (1867-1942), portugiesischer Orientalist, Romanist und Historiker in Lissabon hatte 1909 mit Schuchardt korrespondiert (HSA, Brief Nr. 06625).

[3] In Frage kommen z.B.: Textos em Aljamía portuguesa, Lissabon 1897, bzw. Historia dos portugueses no Malabar, Lissabon 1898.

[4] Zu Baist vgl. HSA Nr. 00454-00466. - Die DMLG wurde bereits 1845 gegründet und besteht noch heute.

[5] Antonio Paz y Mélia (1842-1927) arbeitete als Bibliothekar für die Biblioteca Nacional de Madrid. Schuchardt hätte ihn vermutlich bei seinem Spanienbesuch im Jahr 1879 kontaktiert.

[6] Moldenhauers Habilitation erfolgte 1926 mit der 1929 erschienenen Arbeit Die Legende von Barlaam u. Josephat auf der Iberischen Halbinsel.

[7] Edmund Stengel (1845-1935), zunächst in Marburg, ab1896 in Greifswald, war 1913 emeritiert worden und zog 1919 nach Halle a. S., von wo er 1924 wieder nach Marburg zurückkehrte; vgl. Moldenhauer, „Edmund Stengel in memoriam“, NSpr 44, 1936, 564-568. Trotz seiner Erblindung habe der Emeritus Stengel unentgeltlich Hallenser Studenten in das Studium des Altfranzösischen eingeführt.

[8] Zu Einzelheiten vgl. Jesús de la Hera Martínez, La política cultural de Alemania en España en el período de entreguerras, Madrid 2002 (Biblioteca de Historia, 50), 480, hier bes. 46-47. Die Arbeitsstelle war zunächst in der Deutschen Oberrealschule in der Calle Fortuny 15 untergebracht, ab September 1927 erhielt sie ein eigenes Gebäude in repräsentativer Lage in der Calle Zurbano 32 „und war zu Beginn vor allem eine Anlaufstelle für spanische Studenten oder Wissenschaftler, die Kontakt nach Deutschland suchten oder einen Aufenthalt in Deutschland vorbereiteten“, zit. nach Sandra Rebok (Hg.), Traspasar fronteras. Un siglo de intercambio científico entre España y Alemania – Über Grenzen hinaus. Ein Jahrhundert deutsch-spanische Wissenschaftsbeziehungen, Madrid (Consejo Superior de Investigaciones Científicas - DAAD), 2010, 116-119.

[9] Pedro Sáinz y Rodríguez (1897-1986), spanischer Literaturwissenschaftler und Schüler Bonillas.

[10] Der Zusatz in deutscher Sprache stammt von der Hand Moldenhauers.