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Postkarte (18-02805)

Innsbr. den 2/11 1913

Sehr geehrter Herr Hofrat!

Ich spreche Ihnen meinen besten Dank für Ihre freundliche Zusendung Ihrer Gartnerfestschrift[1] aus, die mich schon wegen ihres warmen, freundschaftlichen Tones, in welchem Sie mit Gartner plaudern[,] herzlich berührt.

Ihr ergeb. Ettmayer



[1] Es handelt sich um einen der zahlreichen Privatdrucke Schuchardts, der dieses Mal dem bis 1911 in Innsbruck tätig gewesenen Romanisten Theodor Gartner (1843-1925) aus Anlass seines 70. Geburtstags (am 4.11.1913) gewidmet war. Bemerkenswerterweise steht diese Schrift unter dem Motto „Deutsche Schmerzen“, das die zweite Seite alleinherrschend ausfüllt.  Schuchardt spielt dabei auf die ihn zeitlebens beschäftigende Frage an, inwieweit Fremdwörter notwendig oder zulässig sind bzw. wie diese vermieden werden können. Zugleich belegt diese an rätoromanistischen Anspielungen reiche Schrift die große Vertrautheit Schuchardts mit den unter dem Schlagwort „Questione ladina“ zusammengefassten Problemen und Diskussionen. Diese Feststellung ist zur Beurteilung des zwischen Schuchardt und Ettmayer zu diesem Thema im Jahr 1917 ausgebrochenen Konflikts bedeutsam.