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Ansichtskarte (03-10442)

Torino, 30. VII. 22

Hochverehrter Meister!

Von der Küste Istriens u. aus den Lagunen der Adria, wo ich diesen Frühling den östlichen Teil unseres Atlasses abschloß, bin ich in die Berge des Piemonts gestiegen u. habe hier für einige Tage das große Vergnügen mit dem Basken Herrn de Apraiz[1] meiner philologischen Beute nachzujagen. Wir gedenken Ihrer in gemeinsamer Verehrung u. mit herzl. Gruß P. Scheuermeier O. de Apraiz

ǀ2ǀ Grado, Juni 1922, Inneres eines „kazún“, Fischerhütte aus Schilf in Amfora,[2] Lagune v. Grado: Türe, keine Fenster, in der Mitte quadratischer Herd ohne Rauchfang links Bett, darunter Holzvorräte Frau mit Garnwinde[3]



[1] Odón de Apraiz Buesa (1896-1984), Baskischer Gelehrter, der ebenfalls mit Schuchardt in Kontakt stand und unter anderem in Zürich studierte (vgl. Brunner/Hurch/Kerejeta 2014).

[2] Gemeint ist vermutlich die Isola d‘Anfora in der Lagune von Grado.

[3] Schuchardt interessierte sich zu Beginne des 20. Jahrhunderts im Rahmen seiner Sachwortforschungen für Spinngerätschaften (vgl. Schuchardt 1905). In seiner Sammlung im Österreichischen Museum für Volkskunde sind etliche Spindeln und Haspeln aufbewahrt.