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Postkarte (09-00462)

Ich habe schon lange eine Selbstberichtigung auf dem Gewissen: der podenco, obwohl ich den Dackel so nannte ohne vom Spanier gebessert zu werden, ist nicht das sondern der Jagdspaniel1. So espagnol im 14 Jh. (Littré), im 16. z.B. bei Desperriers, Cymbalum mundi, wenn auch schon im 15. vom Schooszhund. Die Wörterbücher kennen nur den Schoszhund, und geben deshalb durchweg die unzutreffende Erklärung.

Ich erhalte soeben das neue Heft der Zts.2, wo Meyer neuerdings über froge handelt. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren dasz es Lehnwort des 12. Jh. a. d. Franz. ist, das dort durch frange verdrängte Zwischenglied zwischen orfrois und fresel, *froise=Franse.

Mit bestem Grusze Ihr ergebener G.Baist.3


[1] Wohl Reaktion auf Schuchardt, „Zum Iberischen, Romano-Baskischen, Ibero-Romanischen“, ZrP 23, 1899, 174-200, hier 197: „Podenco ,Kaninchenhund‘ möchte ich wegen Form und Bedeutung als germanisch ansprechen“, was allerdings wegen des Erscheinungsdatums voraussetzt, dass Schuchardt mit Baist darüber zuvor korrespondiert hatte.

[2] Wilhelm Meyer-Lübke, „Wortgeschichtliches“, ZrP 22, 1898, 1-8, hier 2-6. Der Beitrag versucht eine Widerlegung von Schuchardts „Keltoromanisch frog- frogn- Lautsymbolik“, ZrP 21, 1897, 205 und Baists, „ Mañera“, ZrP 14, 1890, 183-184.

[3] Poststempel Freiburg, 21.1.98; Eingangsstempel Graz, 23.1.98.