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Postkarte (06-00459)

Ich habe Ihnen die häszliche Correktur nur gesendet[1] um meine Dankbarkeit für Ihr Interesse an einer Arbeit[2] zu zeigen, die nur wenige lesen werden. Wollen Sie über das bisher Gedruckte einige Worte sagen so wird mir Beifall und Widerspruch gleich wertvoll sein. Durchgenommen habe ich das ganze arab. Material; aber vor zwei Jahren blieb der Druck stecken[3], und ich entschliesze mich jetzt das Fragment, soweit es damals schon rein geschrieben war, in den Rom. Forsch. ausgeben zu lassen. Bei Beendigung des Ganzen soll eine besonders paginirte Separatausgabe, in beschränkter Auflage, erscheinen.

Was W. Meyer im Literaturblatt aus Simonets Glosaria[4] gezogen hat ist ganz unrichtig, wie allerdings auch seine sonstigen Beobachtungen auf dem Gebiet der span. Grammatik. Er baut sich überall aus drei Backsteinen ein kleines Palais.

Mit bestem Grusze

Ihr ergebener

G. Baist

z. Z. in Westheim i. Mittelfr.

12.IV.91.

Vielleicht interessirt es Sie dasz die roman. Professur in München[5] überhaupt nicht besetzt werden zu sollen scheint. Würzburg[6] vorläufig nicht.

 

[1] Nicht ermittelt.

[2] „Die arabischen Laute im Spanischen“, RF 6, 1891, 347-422; die am Ende angekündigte Fortsetzung konnte nicht nachgewiesen werden, desgleichen nicht die Separat-Ausgabe.

[3] Die arabischen Hauchlaute und Gutturalen im Spanischen, Erlangen 1889 (Habil.-Schr.)

[4] F. J. Simonet, Glosario de las voces ibéricas y latinas usadas entre los Mozárabes, Madrid 1888; vgl. dazu die Anz. von Wilhelm Meyer-Lübke, Literaturblatt f. germ. u. roman. Philol. 1890, 58-60.

[5] Im Jahr 1890 war Baists Lehrer Konrad Hofmann (er widmete ihm seine Edition von Don Juan Manuel) emeritiert worden; die Münchner Romanistik wurde von 1892-1910 von dem Anglisten Hermann Breymann (1843-1910) mit wahrgenommen.

[6] In Würzburg war der romanistische Ordinarius Eduard Mall (1843-1892) erkrankt und wurde im WS 1892/93 durch den Schweizer Johann Jakob Stürzinger (1853-1903) ersetzt, den Hofmann in München habilitiert hatte. Die Nachfolge erhielt 1900 Heinrich Schneegans (1863-1914).