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Postkarte (03-00454)

Hochzuvererender Herr Professor!

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Herzlichen Dank für die Bemühungen, und den so günstigen Erfolg.

Ich schreibe sogleich an Demófilo-Machado2 und schicke die Copie mit.

Im nächsten Heft der Zts. und in einem anderen Organ3 bringe ich demnächst eine lange Reihe etymologischer Hypothesen: da mir hier die Mittel felen um ernsthaftere Dinge zu treiben. Ich musz sehen wie ich von Döckingen4 weg komme.

Mit bestem Grusz
Ir ergebener
G. Baist


[1] Vom Poststempel sind nur der Ortsname Heidenheim und das Datum 7.7. zu lesen; das Jahr ist vermutlich 1882.

[2] Antonio Machado (y) Álvarez (1848-1893), spanischer Schriftsteller, Anthropologe und Volkskundler (Ps. Demófilo) an der Universität Sevilla; Schuchardt unterhielt mit ihm von 1880 bis 1885 einen regen Briefwechsel (Nr. 06749-06770). – Es handelt sich offenbar, wie aus den beiden folgenden Briefen hervorgeht, um die Kollation der Sevillaner Lullus-Handschrift 7-6-41, bei der Schuchardt seine Sevilla-Beziehungen für Baist einsetzte, um eine für diese Aufgabe geeignete Person vor Ort zu finden.

[3] Baist veröffentlicht erstmals 1882/83 „Etymologisches“ in zwei verschiedenen Zeitschriften, und zwar ZrP 6, 1882, 425-435, bzw. RF 1, 1883, 441-445. Dies spricht für eine Datierung der Karte auf den 7.7.1882, da die Drucklegung von Zeitschriftenbeiträgen immer eine gewisse Zeit in Anspruch nahm.

[4] Döckingen (nicht „Dörkingen“, wie Wolf S. 107 vermerkt) ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Polsingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, etwa 12 km von Heidenheim am Hahnenkamm (a. H.) entfernt. Baists Vater Friedrich Wilhelm Gustav war von 1877-83 Pfarrer von Döckingen. Das angenommene Datum 1882 passt auch insofern, als Baist erst 1884 in den Dienst der UB Erlangen trat und vorher, wenn er nicht auf Reisen war, offenbar noch bei seinen Eltern wohnte.