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Brief (01-00889)

Strassburg i/E. den 17. Juni 1888

 Drachengasse 8.

Hochgeehrter Herr Professor!

Die Dissertation „zur Geschichte der vers libres“ welche ich Ihnen vorgestern zu übersenden mir gestattete, wird die unverdiente Ehre haben, in der Zeitschrift für romanische Philologie zwischen einer Arbeit von Herrn Prof. Tobler und von Ihnen zu stehen.[1] Wie es die Erfüllung meines höchsten Wunsches wäre eines Tages neben so hochverdienten Männern genannt zu werden, so wäre es dem Anfänger eine grosse Freude, wenn Sie seinen schwachen Versuch mit freundlichem Wohlwollen aufnehmen wollten.

I2I Genehmigen Sie, hochgeehrter Herr Professor den Ausdruck meiner vorzgülichen Hochachtung und Ergebenheit.

PhAug Becker[2]



[1] „Zur Geschichte der Vers libres in der neufranzösischen Poesie“, ZrP 12, 1888, 89-124 (auch separat); voraus geht Adolf Tobler, „Lateinische Beispielsammlung mit Bildern“, 57-88; es folgt später Schuchardt, „Beiträge zur Kenntnis des kreolischen Romanisch“, 242-254. Woher Becker diese Informationen hatte (aus den Fahnenkorrekturen?), kann nicht gesagt werden. Es handelt sich bei seiner Arbeit um die von Gustav Gröber betreute Dissertation, dem Becker in Anm. 1 dankt: „Herrn Professor Dr. Gröber beehre ich mich hier meinen Dank auszusprechen für die Ermunterungen während der langwierigen Voruntersuchung und die Verbesserungsvorschläge nach entworfener Arbeit, welche er mir in wohlwollendster Weise zu Teil werden ließ“.

[2] In diesem und allen folgenden Briefen fällt die respektvolle Verehrung auf, mit der Becker dem zwanzig Jahre älteren Schuchardt begegnet.