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Brief (07-11407)

H. 13.3.77

Verehrter College,

Ein arger Katarrh hat mich an der Fahrt nach Berlin leider verhindert. Dagegen reiste am Sonnabend Stengel1 hier durch, um Toblern aufzusuchen und ihm zu sagen, auch er sei mit der Diez-Stiftung nicht ganz einverstanden. St. fürchtet nämlich, in dem Berliner Comité könnten die Nichtromanisten (Herrig,2 Mätzner3 u.s.w.), welche die Majorität bilden, die Romanisten überstimmen und die einlaufenden Gelder für Zwecke verwenden, welche die letztern nicht billigen. Sie haben also an St. einen Verbündeten gefunden. Ich glaubte in Ihrem Sinne zu verfahren, wenn ich St. zwei Stellen Ihres letzten Briefes vorlas. Ich schickte voraus, ich hätte geschäftliches [sic] mit Ihnen zu verhandeln (das Seminar betr.), Sie hätten beiläufig die Diez-Stiftung berührt. Von diesen Stellen betheuerte die eine Ihre gute Gesinnung gegen Tobler, die andre betraf das Berliner Comité und die politischen Verhältnisse.

So viel in aller Eile.

Bestens grüsst
Ihr ergebener
H Suchier


[1] Edmund Stengel (1845-1935), seit 1873 ordentlicher Professor der romanischen Sprachen in Marburg, seit 1896 in Greifswald.

[2] Ludwig Herrig (1816-1889), einer der Begründer 1846 des „Archiv für das Studium der neueren Sprachen“; 1857 Urheber der Berliner Gesellschaft für das Studium der neueren Sprachen; 1872 gründete er die Akademie für moderne Philologie.

[3] Eduard Mätzner (1805-1902) war Romanist und Anglist, auch Autor verschiedener philologischer Textbücher und -editionen, allerdings nicht universitär sondern als Direktor des Berliner Luisengymnasiums tätig.