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Brief (09-UAL PA HS 4)

Gotha 19/4 70.

Hochverehrter Herr!

Da, wie erwähnt, die Versendung der Druckexemplare erst Ende dieser Woche ermöglicht wird, und mir der Herr Pedell Rühle[1] mittheilt, dass das Auditorium N. 1 am Sonnabend, d. 30 d. M., um 4 Uhr, frei ist, so wünschte ich, wenn nicht von Ihrer Seite ein Einwand gemacht wird, zur genannten Zeit meinen Probevortrag zu halten. Ich möchte Sie ersuchen, mir die Mittheilung des gewählten Themas nach Gotha zu machen (und zwar dürfte ich sie dann wohl Sonnabend Morgens erwarten), da von der Wahl das Bedürfniss gewisser litterarischer Hülfsmittel abhängen könnte, die ich leichter hier, als in Leipzig, hätte. Zwar würde |2| ich mich gern vorher mit Ihnen oder Herrn Prof. Ebert über das Thema besprochen haben, ich hätte noch mehrere allgemeine Themata vorschlagen sollen, da allerdings ein solches bei der Unruhe eines Umzugs von Gotha nach Leipzig mir besonders erwünscht wäre.

Indem ich Ihrer gütigen Nachsicht entgegensehe, bin ich

mit vorzüglichster Hochachtung

Ihr ergebenster

Hugo Schuchardt



[1] Friedrich Emil Rühle, Universitätspedell, im Studienjahr 1871/72 zum Oberpedellen vorgerückt (vgl. Häuser 2009: 60).