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Hochverehrter Herr Prof.

Schon lange hätte ich Ihnen danken sollen für Ihre wertvollen, schönen Sendungen: die baskischen Etymologien,[1] den Vortrag über Deutsch,[2] dem ich von ganzer Seele zustimmen muß, obgleich ich durch häusliche u. briefliche Verwendung des Italienischen viel gesündigt habe.[3] Dies büße ich nun ab als Offiz. Stellvertr. im 2. Landsturm Fußart. Bataill. 3. Batterie I. bayer. Armee Korps. Z.Z. in Oberlustadt bei Germersheim.[4] Sehr schön ist Ihr ernstes, würdiges poetisches Wort an die Portugiesen.[5] Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen u. den Ländern, denen Sie angehören ein gutes Neues Jahr.

Ihr erg.

K. Vossler

Auf der Rückseite: Abs. Offiz. Stellvert. Vossler. 3. Landst. Fußart. Bataill. I bayer. Arm. K.



[1] 1914 erschienen zahlreiche baskologische Arbeiten, die etymologische Aspekte behandeln, insbesondere in der Revista Internacional de Estudios Vascos, wie z.B. Schuchardt (1914, HSA 659).

[2] Es handelt sich um Schuchardts Deutsch gegen Französisch und Englisch (Schuchardt 1914, HSA 657).

[3] Vossler war seit 1900 mit der Italienerin Esterina Gnoli (1872-1922) verheiratet und pflegte auch in der Familie und in der Korrespondenz häufig das Italienische zu verwenden. Schuchardt plädierte wiederholt, so auch in seiner hier angesprochenen Arbeit Deutsch gegen Französisch und Englisch (Schuchardt 1914b) für die konsequente Verwendung der deutschen Sprache in der internationalen Kommunikation durch Muttersprachler derselben, insbesondere in ihrer Korrespondenz: "In unserem Briefwechsel sollten wir, außer wenn es zu unserem eigenen Schaden gereichte, Franzosen und Engländern gegenüber uns immer unserer Muttersprache bedienen" (Schuchardt 1914: 18-19, HSA 657).

[4] Vossler diente im Ersten Weltkrieg, allerdings nur bis Mai 1916.

[5] Schuchardt wandte sich im Jänner 1915 in Reaktion auf eine vermeintlich von der Academia das Sciencias de Lisboa, in Wahrheit aber von der durch Theophilo Braga gegründeten Academia de Sciencias de Portugal gedruckten Aufruf, die deutschen Intellektuellen nach der Publikation des Manifests der 93 zu meiden, An die Portugiesen. Deutscher Neujahrsgruß 1915 (HSA 674).