Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Postkarte (04-12529)


Würzburg, Seelbergstr.8.[1]

Hochverehrter Herr Professor,

Mit großer Freude u. in vielen Punkten mit lebhafter Zustimmung habe ich Ihre ebenso gedankenvolle als liebenswürdige Festschrift gelesen.[2] Ich hatte mir vorgenommen, den Philologentag in Graz zu besuchen u. freute mich mehr als auf alles auf die Bekanntschaft mit Hugo Schuchardt. Da wurde ich durch Ministerial-Erlaß zum Mitglied der Prüfungskommission ernannt u. muß nun von Anfang bis Ende Oktober mich u. die jungen Leute plagen. ‑ Umso mehr freut es mich, daß ich trotzdem Ihren Grazer Festgruß erhalten habe.[3] Der Same, den Sie ausstreuen, soll, wenigstens bei mir gewiß nicht auf steinigen Boden fallen. Aber meine linguistischen Vorsätze u. Sehnsüchten werden immer wieder durch litterarhistorische Arbeiten, zu denen ich mich besser ausgerüstet fühle, erstickt. Mit herzlichem Dank Ihr in aufrichtiger Verehrung ergebener

Karl Vossler.

 

[1] Vossler war von 1909 bis 1911 Ordentlicher Professor in Würzburg.

[2] Schuchardt verfasste anlässlich des im Jahr 1909 in Graz stattfindenden 50. Philologentags eine Abhandlung zu sprachgeschichtlichen Werten (Schuchardt 1909, HSA 579).

[3] Schuchardts eigenem Exemplar der Publikation liegt (wie auch anderen Publikationen) eine Adressatenliste für den Versand von Exemplaren des Sonderdrucks bei, auf der unter anderem auch Vossler aufgeführt ist.