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Brief (09-10102)

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Graz d. 20 / 6 76.

Verertester Herr College!

Ich wünsche Inen und – uns kann ich nicht mer sagen – der Grazer universität glück zu der erledigung Irer angelegenheit, von der Sie mir mitteilung machen.1 Ich habe leider nicht mer das vergnügen mit Inen zusammen wirken zu können, da ich für das nächste semester nach Berlin an Ebels stelle berufen bin.2 Sie können aber überzeugt sein, daß Sie hier auf allen seiten freundliches entgegenkommen finden werden.

Das 'semester' beginnt am 1. oct., die vorlesungen tatsächlich am 15. Ire officielle meldung mögen Sie ebenfalls an mich adressieren, da ich gegenwärtig decan bin bis 23. sept.

Ich habe gegenwärtig eine endlose correspondenz- und geschäftslast, daher bitte ich die kürze und flüchtigkeit diser zeilen zu entschuldigen. Nochmals herzlichen glückwunsch von

Irem ganz ergebensten Johannes Schmidt


[1] Schuchardt war am 8.4.1876 zum ordentlichen Professor für romanische Philologie in Graz ernannt worden, nahm seinen Dienst aber erst zum Beginn des Wintersemesters 1876 auf.

[2] Schmidt wechselte in diesem an die Berliner Universität, wo er bis zu seinem Tode 1901 Professor für „vergleichende Grammatik der indogermanischen Sprachen“ (Meringer 1901: 13) war. Er übernahm damit die Stelle von Hermann Wilhelm Ebel (1820-1875), der diese erst 1872 als Nachfolger von Franz Bopp angetreten hatte (vgl. Jolly 1877).