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Brief (40-s-n)

Die Bearbeitung dieses Eintrags ist noch nicht vollständig abgeschlossen.

L.G.

Zu dem eben mit der Eilbotin abgegangenen Brief noch eine Nachschrift die Dich freilich erst am Montag früh erreichen wird.

Nicht im Interesse Farinellis, sondern im Interesse der Fakultät erscheint es |2| mir wünschenswerth dass die Auseinandersetzung zwischen Ministerium und Fakultät aus dem Bericht ausgeschaltet werde. Du warst doch unmittelbar nach jenem Fakultätsbeschluss mit mir ziemlich der gleichen Ansicht darüber; ich halte ihn jetzt noch für einen großen Fehler. Die Fakultät durfte das Nostrifikationsgesuch zurückweisen, sie durfthe sich dabei einzig und allein auf jene |3| beiden Ministerialbescheide stützen, aber sie musste darthun dass dieser Fall jenen beiden andern ganz analog sei (was es nach unserm jetzigen Bericht eben nicht sein würde) oder dass die Bescheide eine prinzipielle Geltung bezüglich aller Nostrifikationsgesuche haben, mit anderen Worten, es mussten die Dokumente Farinellis oder die Bescheide einer gründlichen (also nur kommissionellen) Prüfung unterzogen werden. Diese |4| Prüfung ist abgelehnt worden, und wie man das vertheidigen will, geht über meinen Verstand – der allerdings – jetzt mit Thermo- und Barometer sehr niedrig steht

Dein

HS[1]

 

[1] Der Brief stammt vermutlich aus dem Jahr 1894 oder 1895, da aus dieser Zeit die restlichen Briefe zum Thema Nostrifikationen und zum Habilitationsgesuch Arturo Farinellis stammen.