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Brief (33-s-n)

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Graz, Freitag 11 [unleserlich: Mai].[1]

Lieber Gurlitt!

Die alten Wunden wurden immer wieder aufgerißen. Gestern war Prof. Albert bei mir, er will sich habilitieren, ist aber Münchner Doktor – Du hattest ihm nichts wegen der übrigen Nostrifikationen gesagt; es fuhr ihm in die Glieder als |2| ich ihm die betreffende Mittheilung machte. Solche Fälle können sich wiederholen; wie gut wäre es wenn wir wüßten was das Ministerium, das gegenwärtige mit den verschiedenen Kommissionen prinzipiell darüber denkt. „Es wär' so schön gewesen – es hat nicht sollen sein“.

Warum habe ich denn |3| keine Einladung zu Martinaks[2] Colloquium erhalten? Das ist doch viel interessanter als eine Sitzung derjenigen Fakultät, von der Du, wie die Spanier sagen würden, eres digno decano[3].

Mit herzlichem Gruß

Dein HS

[1] In den Jahren 1894 und 1895 fällt der 11. der Monate Jänner, Oktober und Mai auf einen Freitag. Der Jänner 1894 fällt allerdings nicht in das Studienjahr 1894/95 (siehe Fußnote unten). Das Schriftbild spricht am ehesten für den Mai.

[2] Eduard Martinak (1859-1943) studierte in Graz Germanistik, klassische Philologie und Philosophie. Ab 1894 war er Dozent an der Universität in Graz, ab 1904 ao. Professor für Philosophie und Pädagogik, später ordentlicher Professor für Pädagogik. (ÖBL 1974: 114f). Schuchardt und Martinak korrespondierten zwischen 1903 und 1921 miteinander. (Briefnummern 06866-06872)

[3] Im Jahr 1894/1895 war Gurlitt Dekan. Dadurch lässt sich der Brief zumindest ungefähr datieren.